Mentalcoaching: Reaktionsmuster verändern

Eine bekannte Familie hatte sich einen Hund aus dem Tierheim geholt. Ein sehr liebes Tier. Er fühlte sich wohl in seinem neuen Heim und wuchs immer mehr in die Familie hinein. Er spielte mit den Kindern und bewachte das Haus. Der Rüde genoss es, gestreichelt zu werden.
Allerdings wurde in einer Szene deutlich, dass er eben doch ein Hund aus dem Tierheim, mit “Vergangenheit“, ist: Sobald man nicht nur streichelte, sondern sanft auf die seitliche Rückenpartie tätschelte, wie man das bei Hunden manchmal macht, wenn man sie lobt, wurde er wild und rannte davon.
Der Tierarzt wurde konsultiert, konnte aber keine körperlichen Ursachen finden, die dieses Verhalten rechtfertigten. Es musste andere Gründe geben.
Ein Verdacht liegt nahe: Der Hund deutete das Tätscheln nicht als Zeichen der Zuneigung und des Lobes, sondern als Bedrohung. Der Fluchtreflex wird ausgelöst.
Wahrscheinlich hatte er Gewalterfahrungen gemacht. Das Tätscheln löst („triggert“) die Erinnerung daran und schliesslich dieses Reiz-Reaktionsmuster aus.

Wie sieht das bei uns Menschen aus? Eigentlich sehr ähnlich. Unbewusste Reaktionsmuster beherrschen über 90% unseres Verhaltens. Im Alltag werden Entscheidungen also grösstenteils nicht mit dem Neocortex nach „ausreichender Reflexion“ getroffen, sondern kommen aus tieferen Hirnregionen. Deshalb ist es so existenziell, sich selbst auf die „Schliche zu kommen“.
– „Warum regt mich dieses Verhalten des Mitarbeiters so auf?…“
– „Warum bleibe ich bei einem Thema hängen? Es läuft doch sonst ganz prima…“
– „Warum wiederholen sich bestimmte Situationen wie auf Schienen?…“
– „Warum nutze ich meine Chancen nicht und vermeide das Risiko?…“
– …

Aufdecken, bewusst machen, umtrainieren,… . Neue Muster einüben.

Mentalcoaching: BackboneCoaching

Hier ein Überblick über meine Vorgehensweise im Coaching, angepasst an die Herausforderungen von z.B. Berufseinsteigern, Profisportlern oder Führungskräften:

Reaktionsraum+

        ©DirkWahlandt2016

Der Entscheidungsraum muss kultiviert werden. Das braucht Zeit, Achtsamkeit, Entschlossenheit und Knowhow. Da wo wir vorher, getrieben von unbewussten Reaktionsmustern, Entscheidungen getroffen haben, die destruktiv und dysfunktional waren, kann jetzt aktiv das Leben gestaltet werden. Ein Coach ist deshalb Change-Agent und Trainer. Er macht aufmerksam, gibt aufrichtiges Feedback und trainiert die neuen Reaktionsmuskeln, damit tragfähige Entscheidungen gefällt werden können, die zu mehr Zufriedenheit, Kreativität und Vitalität führen. Mentale Stärke ist das Ergebnis und führt in den familiären oder beruflichen Herausforderungen zu positiven Veränderungen und gerade auch im Leistungssport zu einer nachhaltigen Veränderung der Einstellung und mehr Umsetzungskraft im Wettkampf. Dabei geht es nicht um eine kurzfristige „Selbstoptimierung“, sondern um nachhaltiges Umdenken, Trainieren, Wachsen und Reifen! Und so richtet sich ein Mensch zu seinem vollen Potential auf und geht aufrecht in Führung.

Grundlage des erfolgreichen Coachings ist hierbei das Zusammenspiel bewusster Prozesse: wie z.B. Werte- und Zieldefinitionen. Daraus werden die konkreten Handlungsoptionen und Aufgaben zur Umsetzung in einen Jahres-, Monats und Wochenplan formuliert. Entwicklungsschritte sind klar definiert.

Am anspruchsvollsten ist jedoch das Arbeiten an und Umtrainieren von unbewussten Reiz- /Reaktionsmustern. Hier müssen mentale Blockaden und Festlegungen erkannt und durch neue, zielorientierte „Grundüberzeugungen“ ersetzt werden. Da heisst es dann:

„Raus aus destruktiven Mustern – Potential entfalten –

Aufrecht in Führung gehen!“

Training für Talente und Trainer!

Zusammen mit Wynton Rufer und vielen tollen Kollegen und Kolleginnen aus dem Fussballprofibereich habe ich Fussballnachwuchsprojekte entwickelt und durchgeführt. Im Jahr 2000 war das noch Pionierarbeit und ein riesen Spass! Danach kamen ausserdem jedes Jahr Talente der Soccer School Of Excellence aus Neuseeland dazu. Bis zu 320 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Ihnen wurde aber nicht nur eine hervorrragende Technik-, Taktik- oder Koordinationsschulung vermittelt. Im Focus stand die Vermittlung von „Lifeskills“. Otto Rehagel stellte ja schon sehr treffend fest: „Fussball ist das Spiel des Lebens“, deshalb geht es um Kopf und Herz: Leidenschaft und kühlen Kopf, Fairplay und Siegeswille, Disziplin und Spielfreude.

Du kannst den jungen Spielern sagen was Du willst, die machen dich sowieso nach. Deshalb braucht es gerade in der Talentförderung Menschen, die mit einem positiven Ansatz voraus gehen: „Walk The Talk“. Leben, was man sagt und aufrichtig Feedback geben. Nicht nur aus pädagogischer Romantik, sondern im vollen Bewusstsein, dass der Mensch am Du zum Ich wird (Martin Buber). Die Trainer in meinem Fußballerleben waren prägende Gestalten, die ich bis heute noch alle beim Namen nennen kann.

Und wenn man dann bedenkt, dass echte Führungskraft mit der persönlichen Selbstführung beginnt, dann ist völlig klar welche Verantwortung beim Übungsleiter, Lehrer und den Eltern liegt.

Trainer, Ausbilder und Pädagogen brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen ihre Führungsrolle reflektiert. Trainer, Ausbilder und Pädagogen brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen die Führungsskills trainiert, die nicht nur aus einem biografisch verkrümmten Reflex heraus kommen sollen („So ist er eben“), sondern bewusst, professionell und zielführend eingesetzt werden.

Deshalb waren die Trainingscamps für Nachwuchstalente auch immer die Gelegenheit, die Trainer zu trainieren. Nach den Trainingseinheiten auf dem Platz gab es deshalb immer auch Gespräche und Vorträge, in denen die eigene persönliche Einstellung und das pädagogische Handeln reflektiert und gegebenenfalls neu justiert wurde.

Hier ein Ausschnitt des Teams unserer internationalen Fussballnachwuchsprojekte in München.

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Vorne rechts: Dirk Wahlandt, Wynton Rufer, Shelley Thompson (jetzt Shelley Aehlig). Hinten von rechts: Bodo Sandrock, Tomas Tomic, Dennis Ibrahim, Marco Bode, Michael Henke, Dietmar Ness. Auf dem Bild fehlen: Cacau, Andi Bluhm, Annemieke Kiesel-Griffioen, Colin Bell, Dirk Schmidt, Jens Rasiejewski, Jürgen Rollmann

„develop a backbone not a wishbone“

Backbone, d.h. Rückgrat, Charakterstärke und Willenskraft zu entwickeln, ist mühsam,  lohnt sich aber und zahlt sich langfristig aus. Eine der Kernkompetenzen von High-Achievers ist Durchhaltevermögen, also die Fähigkeit, etwas durch zu ziehen, auch wenn es schwierig wird und keinen Spass macht.

Aber es geht um weit mehr als den Erfolg, dickköpfig bestimmte Ziele zu verfolgen und Projekte durch zu ziehen. Es geht letztlich darum, dass wir von unseren biografischen „Verkrümmungen“ (den „Kraftfressern“) frei werden, uns aufrichten und unser volles Potential entfalten können. Es geht darum, die Kraft der eigenen Persönlichkeit (Backbone) zu entdecken und zu entfalten. Und das klappt nicht über Nacht und schon gar nicht als „Einzelkämpfer“. Denn die „Lows“ kommen und die Durststrecken sind Teil des Weges und nicht nur Probleme, die man lösen oder sogar „weg beten“ kann. „Building character, building backbone“ – da geht es um Wachstum und Reifung. Und das sind die Voraussetzungen dafür, dass aus Potential Performance wird. Das fängt schon in jungen Jahren an:

Words For Teenagers: Judge’s Advice From 1959 Featured In School Newsletter Goes Viral

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http://www.huffingtonpost.com/2012/08/14/words-for-teenagers-judge-advice_n_1776337.html

 

Wolfgang Jenewein zum Thema Fussball…Management

Otto Rehagel hat einmal gesagt: „Fussball ist das Spiel des Lebens“. Und er hat Recht!

Mein erster Trainer in der U7 des FV Plochingen , Karl Schlecker, hat immer gesagt: „Was man anfängt macht man fertig.“ oder „Zeit ist Geld“. Er hat uns als kleine Jungs angespornt, ernst genommen, herausgefordert, getröstet und aufgebaut. Die Fussballtrainer waren prägende Gestalten in meiner Biografie. Jeder in seiner Eigenart. Die meisten haben es geschafft, mein Potential herauszukitzeln. Die Faszination des Spieles mit dem runden Leder ist für mich unübetroffen. Wer es erlebt hat, wenn eine Mannschaft ein Spiel dreht oder diszipliniert die taktischen Vorgaben umsetzen kann, der kommt nicht mehr davon los!

Jede  Woche hat man  geübt, was es bedeutet, gewinnen zu wollen, Siege zu feiern und sich dem Wettbewerb zu stellen – grundlegende LifeSkills. Das Ziel war klar, wir wollen Meister werden! Aber auch der Umgang mit Niederlagen war natürlich immer wieder Thema.

Millionen von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen teilen diese Erfahrungen und sind angesteckt von diesem „Fussballvirus“. Zuerst aktiv, dann meistens passiv. Die Spiele fesseln Massen vor die Übertragungsgeräte. Ich habe Freunde in Neuseeland, die stehen nachts auf, um UEFA Championsliguespiele live anzuschauen!  Ronaldo ist auf jedem Kontinent ein Superstar!

Die FiFa Fussball WM hat globale, alles übertreffende sportliche, wirtschaftliche und sogar politische Bedeutung. Die grossen Vereine und Verbände sind längst Wirtschaftsunternehmen, die mit unglaublichen Umsatzzahlen und Gewinnmargen jonglieren. Ob das gut ist? Fussball ist ein absolut faszinierendes und überzeugendes Produkt! Der Markt gibt es her! Wir sind bereit für diese herausragende Unterhaltungsqualität zu bezahlen. Die Kundenbindnung ist enorm. Viele Vereine sind längst „Marketing- und Merchandisingmaschinen mit angeschlossener Sportabteilung“. Da braucht es Fachleute, Führungskräfte, Manager, die ihr Geschäft verstehen, aber auch die Faszination teilen.

Hier ein Video: Prof. Dr. Wolfgang Jenewein führt hier aus, was Führungskräfte vom Fussball lernen können.

„Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“ (Winston Churchill)

Ein junger Mann fragte mich einmal in einem Workshop: Was mache ich, wenn ich aufgegeben habe? Wenn alles zuviel wird und ich dem Druck nicht mehr standhalten kann? In diesem Workshop ging es um das Thema „Druck aushalten“. Ein ehemaliger Top-Fussballprofi, der früher im Tor eines Bundesligaspitzenclubs stand, erzählte seine Geschichten. Und die Zuhörer waren fasziniert, wie dieser Mann gelernt hatte, mit dem wöchentlichen Druck umzugehen. Ein Torwart weiss, was es bedeutet Fehler zu machen. Seine Aufgabe ist es, Tore zu verhindern. Fast jeder Fehler hat ernste Konsequenzen. Fehler sind dabei oft spielentscheidend. Man denke nur an das eine oder andere Elfmeterschiessen. Der Schritt vom Matchwinner zum Looser ist klein.

Die Frage des jungen Mannes gab dem Workshop aber seine entscheidende Wende. Davor wagte es keiner, seinen „Panzer“ abzulegen. Doch als er sich hinter der Mauer aus Erfolg und Glamour hervor wagte, war das Gespräch offen.

Erfolge werden gefeiert, aber wer spricht schon gerne von diesen Momenten. Man muss schon den Mut haben und genau hinschauen. Manche, die durch diese Erfahrung gegangen sind, nennen es auch „die Gnade des Nullpunktes“. Erst hier kommt heraus, was wirklich drin ist. Reaktionsmuster laufen oft unbewusst ab. Wer gelernt hat, sich bewusst mit diesen Mustern auseinander zu setzen, hat einen entscheidenden Pluspunkt. Dazu müssen wir uns folgenden Fragen stellen:

  • Was passiert in unserem Kopf, wenn etwas schief geht, wir einen Fehler machen?
  • Was wenn unsere Werte, Ziele oder Traditionen durch plötzlich auftretende Ereignisse und Veränderungen in Frage gestellt werden?
  • Was wenn wir kein Land mehr sehen und man sich von der Situation überwältigt fühlt?
  • Was tun wir in dem Moment, wenn schon der Gedanke des Aufgebens in uns auftaucht?
  • Welche Reflexe haben wir gelernt?
  • Welche Reiz-Reaktions-Muster beherrschen dann unser Denken und Fühlen?

Entscheidende Momente im Leben zeichnen sich dadurch aus, dass ein Mensch eben nicht aufgibt, sondern den Gegebenheiten „ins Auge sieht“, die Situation anerkennt und Verantwortung übernimmt. Dazu braucht man manchmal die „True Companions“, die Menschen, die einem zur Seite stehen und das Rückgrat stärken bevor das Gift des Selbstmitleids, der Selbstanklage und Resignation lähmt. Man kann zum Radsport stehen wie man will, aber manchmal gleicht das Leben einer Bergetappe. Der „True Companion“ Udo Bölts ist mit seiner drastischen Redewendung zur Legende geworden: „Als sein Teamkapitän Jan Ullrich 1997 als Gesamtführender auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen schwächelte, feuerte er ihn mit dem Spruch an: „Quäl dich, du Sau!“. (Wikipedia) Harte Worte, aber in dieser Situation äusserst wirksam.

Negatives „Wenn-Dann-Denken“ oder die übermächtige Stimme des „inneren Kritikers“, die aus einem Missgeschick, einer Schwäche oder Fehlverhalten eine Niederlage machen wollen, können überwunden werden. Heather Dorniden veranschaulicht auf sehr eindrückliche Weise den Satz: „Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“

Big 10 Indoor Track Championship Heather Dorniden’s 600m Race

Handwerkszeug für Trainer und Führungskräfte – Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell

„Stress lass nach“

Stress (engl. für ‚Druck, Anspannung‘; lat. stringere[1] ‚anspannen‘) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.  Wikipedia

Jeder kennt das: Wenn es stressig wird, steigt die Wahrscheinlichkeit sich eine Erkältung einzufangen. Jeder reagiert da anders und hat seine Strategien, um das Immunsystem zu unterstützen. Andere wiederum reissen sich so lange zusammen, bis sie frei haben und werden dann im Urlaub krank.

Jeder hat da sein Level an Belastbarkeit und meist folgt ja einer angespannten Stresssituation eine Phase der Entspannung. Je nach dem aber wie lange solche Stressphasen dauern, kann es auch sein, dass es an die Substanz geht und das Immunsystem „in die Knie geht“. Wenn es noch länger dauert oder das Stresslevel sogar noch steigt, kann es ernsthafte Konsequenzen haben.

Deshalb ist es für Führungskräfte existenziell wichtig, griffiges Handwerkszeug zum Erkennen und Einschätzen für sich selbst und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben. Denn je nach der Beschaffenheit des seelischen Setups, opfert sich der eine für die Familie oder den Job auf, während die andere in die „innere Kündigung“ geht. Beides ist ungesund!

Disposition oder das individuelle seelische Setup

In unserer Biografie kommt es immer wieder zu Erfahrungen, die uns tiefgehend prägen. Das kann ermutigend sein oder aber auch verletzend. Biologische, psychologische und soziale Faktoren bzw. Ereignisse, die verletzlich machen und in der Biografie hoch vulnerabler Menschen häufig gefunden werden sind: Misshandlung, Gewalt- oder Kriegserfahrungen, Flucht, Vertreibung, viele Umzüge, Verlust oder Scheidung der Eltern, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus (o.a. Suchterkrankungen) oder psychische Erkrankungen in der Familie. Eben Dinge, über die man nicht gerne spricht oder die sowieso weggedrückt werden, um zu funktionieren.

Vulnerabilität

Vulnerabilität ist eine, durch soziale, psychische, organische, genetische u.a. Faktoren bedingte Anfälligkeit, auf Belastungen mit bestimmten Erkrankungen zu reagieren. Vulnerable Personen werden besonders leicht emotional verwundet, erscheinen in Krisen oder unter Stress weniger belastbar und entwickeln eher psychische Störungen. (Wikipedia)

Vulnerabilitäts – Stress – Modell

Leben heisst Veränderung. Das heisst, jeder Mensch durchläuft in seinem Leben mehrere Phasen der Veränderung. Z.B. die Übergänge der Lebensphasen (Pubertät, Adoleszenz, Eheschliessung, Familiegründung, Midlife, Ruhestand,…) sind mit  erhöhter Vulnerabilität verbunden.

Gerade die Übergänge sind aber auch sehr stressbelastet. Unter Stress brechen in manchen Fällen alte Erfahrungen oder Muster wieder auf.  Das kann dann die Chance sein, an die „alten Wunden“ heranzukommen und die eigene Lebensgeschichte vollständiger wahrzunehmen und zu integrieren.

Basierend auf diesen Grundlagen wurde das Vulnerabilitäts – Stress – Modell entwickelt.

Vulnerabilitäts-Stress-Modell

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Symptombildung

In diesem Modell werden verschiedene Reaktionen und Verhaltensweisen in Stress beladenen Lebenssituationen erklärt. Man kann hieraus auftretendes Verhalten deuten und lösungsorientiert begegnen. Wichtig ist hierbei, dass die  Schwelle mit Krankheitssymptomen zu reagieren individuell sehr unterschiedlich ist.

  • In Manchen Fällen muss zuerst der Stress reduziert werden,
  • in anderen sollten zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
  • Es kann aber auch sein, dass die aus der eigenen Biografie entstandenen, Stress auslösenden Reiz-Reaktionsmuster bearbeitet werden müssen.

Reiz-Reaktionsmuster bearbeiten

Der letzte Punkt ist der wichtigste und schwierigste! Natürlich muss man in akuten Stresssituationen auf die Umstände schauen. Aber die eigenen unbewussten Reiz-Reaktionsmuster sind das Entscheidende. Unbewusst heisst auch, dass ich jemanden brauche, der sie mir bewusst macht und das geschieht meist durch aufrichtiges und wertschätzendes Feedback.

„Schlaraffenland ist abgebrannt!“ Oder wie schöpfe ich aus Krisen neue Kraft?

Wir deuten unser Leben aus unseren familiär und kulturell geprägten Hintergründen. Wir erzählen ständig Geschichten. Gerade aber die Sachen, die wir uns selbst erzählen, sind so entscheidend. Dieser innere Dialog formt unsere Identität und unser Leben. Da werden Sätze und Bilder repetiert und verankert, die unser Handeln beeinflussen.

Aber unser Leben bewegt sich nun mal zwischen den Parametern von Leid und Liebe. Schmerzen und Konflikte sind nicht nur der Ausnahmefall, sondern der Regelfall. Tun wir also nicht so. Jeder kommt mal dran. Wir können uns nicht mehr durch den Reisbrei ins Schlaraffenland durchfressen. Der Mythos ist mittlerweile ausgeträumt.

Aber wie verarbeiten wir die unangenehmen Zeiten? Wie lernen wir, aus diesen schweren Erfahrungen neue Kraft, neue Hoffnung und neuen Mut zu schöpfen? Wie werden wir sprachfähig und integrieren gerade diese Erfahrungen und starten durch zu neuer Schaffenskraft und Vitalität?

Winston Churchill konnte nicht nur Reden halten und Geschichten erzählen, sondern buchstäblich „ein Lied davon singen“. Er hat uns einen Satz, mehr noch einen „Segen“ mitgegeben, der nicht am Strand von Acapulco aus einer Ferienlaune heraus formuliert wurde, sondern in einer globalen Krise des letzten Jahrhunderts, die unsere (Ur-)Grossmütter und -väter hautnah durchlebt und durchlitten haben.

may-the-pain-you-have-known-and-the-conflict-you-have-experienced-give-you-the-strength-to-walk-quote-1http://www.picturequotes.com/may-the-pain-you-have-known-and-the-conflict-you-have-experienced-give-you-the-strength-to-walk-quote-481994