Handwerkszeug für Trainer und Führungskräfte – Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell

„Stress lass nach“

Stress (engl. für ‚Druck, Anspannung‘; lat. stringere[1] ‚anspannen‘) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.  Wikipedia

Jeder kennt das: Wenn es stressig wird, steigt die Wahrscheinlichkeit sich eine Erkältung einzufangen. Jeder reagiert da anders und hat seine Strategien, um das Immunsystem zu unterstützen. Andere wiederum reissen sich so lange zusammen, bis sie frei haben und werden dann im Urlaub krank.

Jeder hat da sein Level an Belastbarkeit und meist folgt ja einer angespannten Stresssituation eine Phase der Entspannung. Je nach dem aber wie lange solche Stressphasen dauern, kann es auch sein, dass es an die Substanz geht und das Immunsystem „in die Knie geht“. Wenn es noch länger dauert oder das Stresslevel sogar noch steigt, kann es ernsthafte Konsequenzen haben.

Deshalb ist es für Führungskräfte existenziell wichtig, griffiges Handwerkszeug zum Erkennen und Einschätzen für sich selbst und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben. Denn je nach der Beschaffenheit des seelischen Setups, opfert sich der eine für die Familie oder den Job auf, während die andere in die „innere Kündigung“ geht. Beides ist ungesund!

Disposition oder das individuelle seelische Setup

In unserer Biografie kommt es immer wieder zu Erfahrungen, die uns tiefgehend prägen. Das kann ermutigend sein oder aber auch verletzend. Biologische, psychologische und soziale Faktoren bzw. Ereignisse, die verletzlich machen und in der Biografie hoch vulnerabler Menschen häufig gefunden werden sind: Misshandlung, Gewalt- oder Kriegserfahrungen, Flucht, Vertreibung, viele Umzüge, Verlust oder Scheidung der Eltern, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus (o.a. Suchterkrankungen) oder psychische Erkrankungen in der Familie. Eben Dinge, über die man nicht gerne spricht oder die sowieso weggedrückt werden, um zu funktionieren.

Vulnerabilität

Vulnerabilität ist eine, durch soziale, psychische, organische, genetische u.a. Faktoren bedingte Anfälligkeit, auf Belastungen mit bestimmten Erkrankungen zu reagieren. Vulnerable Personen werden besonders leicht emotional verwundet, erscheinen in Krisen oder unter Stress weniger belastbar und entwickeln eher psychische Störungen. (Wikipedia)

Vulnerabilitäts – Stress – Modell

Leben heisst Veränderung. Das heisst, jeder Mensch durchläuft in seinem Leben mehrere Phasen der Veränderung. Z.B. die Übergänge der Lebensphasen (Pubertät, Adoleszenz, Eheschliessung, Familiegründung, Midlife, Ruhestand,…) sind mit  erhöhter Vulnerabilität verbunden.

Gerade die Übergänge sind aber auch sehr stressbelastet. Unter Stress brechen in manchen Fällen alte Erfahrungen oder Muster wieder auf.  Das kann dann die Chance sein, an die „alten Wunden“ heranzukommen und die eigene Lebensgeschichte vollständiger wahrzunehmen und zu integrieren.

Basierend auf diesen Grundlagen wurde das Vulnerabilitäts – Stress – Modell entwickelt.

Vulnerabilitäts-Stress-Modell

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Symptombildung

In diesem Modell werden verschiedene Reaktionen und Verhaltensweisen in Stress beladenen Lebenssituationen erklärt. Man kann hieraus auftretendes Verhalten deuten und lösungsorientiert begegnen. Wichtig ist hierbei, dass die  Schwelle mit Krankheitssymptomen zu reagieren individuell sehr unterschiedlich ist.

  • In Manchen Fällen muss zuerst der Stress reduziert werden,
  • in anderen sollten zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
  • Es kann aber auch sein, dass die aus der eigenen Biografie entstandenen, Stress auslösenden Reiz-Reaktionsmuster bearbeitet werden müssen.

Reiz-Reaktionsmuster bearbeiten

Der letzte Punkt ist der wichtigste und schwierigste! Natürlich muss man in akuten Stresssituationen auf die Umstände schauen. Aber die eigenen unbewussten Reiz-Reaktionsmuster sind das Entscheidende. Unbewusst heisst auch, dass ich jemanden brauche, der sie mir bewusst macht und das geschieht meist durch aufrichtiges und wertschätzendes Feedback.

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