„Schlaraffenland ist abgebrannt!“ Oder wie schöpfe ich aus Krisen neue Kraft?

Wir deuten unser Leben aus unseren familiär und kulturell geprägten Hintergründen. Wir erzählen ständig Geschichten. Gerade aber die Sachen, die wir uns selbst erzählen, sind so entscheidend. Dieser innere Dialog formt unsere Identität und unser Leben. Da werden Sätze und Bilder repetiert und verankert, die unser Handeln beeinflussen.

Aber unser Leben bewegt sich nun mal zwischen den Parametern von Leid und Liebe. Schmerzen und Konflikte sind nicht nur der Ausnahmefall, sondern der Regelfall. Tun wir also nicht so. Jeder kommt mal dran. Wir können uns nicht mehr durch den Reisbrei ins Schlaraffenland durchfressen. Der Mythos ist mittlerweile ausgeträumt.

Aber wie verarbeiten wir die unangenehmen Zeiten? Wie lernen wir, aus diesen schweren Erfahrungen neue Kraft, neue Hoffnung und neuen Mut zu schöpfen? Wie werden wir sprachfähig und integrieren gerade diese Erfahrungen und starten durch zu neuer Schaffenskraft und Vitalität?

Winston Churchill konnte nicht nur Reden halten und Geschichten erzählen, sondern buchstäblich „ein Lied davon singen“. Er hat uns einen Satz, mehr noch einen „Segen“ mitgegeben, der nicht am Strand von Acapulco aus einer Ferienlaune heraus formuliert wurde, sondern in einer globalen Krise des letzten Jahrhunderts, die unsere (Ur-)Grossmütter und -väter hautnah durchlebt und durchlitten haben.

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A Tribute to Discomfort: Cory Richards

Was treibt uns an? Was mache ich, wenn ich weiss, dass ich über mich selbst hinauswachsen muss, um die Stürme des Lebens, die aktuelle Herausforderung nicht nur irgendwie zu ertragen oder zu bewältigen, sondern wirklich erfolgreich zu „bezwingen“?

Ich habe keine Wahl! Es gibt keine Parallel-Wirklichkeit! Ich stehe mittendrin! Einer meiner Mentoren, der mittlerweile schon über 80 Jahre alt ist, schwärmte geradezu von seinen Krisen und Schwierigkeiten. Anfänglich habe ich ihn nicht verstanden. Mit den Jahren lernt man die Widerstände  zu schätzen, sogar wertzuschätzen.

Solche Mentoren, True Companions, wie z.B. Cory Richards beschreiben die schicksalhaften Ereignisse, die für den Durchbruch zu ungeahnter Vitalität und beruflicher Schaffenskraft führen können. Er beschreibt auf beeindruckende Weise mit seinen Bildern, wie sich das Leben in die Biografien und auch die Gesichter eingräbt, sie verändert und zum Leuchten bringt.

Umgang mit Stress: Widerstandskraft: Resilienz

Businessmen giving a high fiveResilienz (von lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen. Mit Resilienz verwandt sind Entstehung von Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Bewältigungs­strategie und Selbsterhaltung. Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit (Vulnerabilität).  (aus Wikipedia)

Die Resilienz-Faktoren

Resilienz beruht auf bestimmten Fähigkeiten: Hier eine kurze Checkliste zum Weiterdenken:

  1. Akzeptanz: Die Wirklichkeit und damit verbundene unangenehme Gefühle des Ärgers oder der Trauer werden nicht geleugnet oder verdrängt, sondern zugelassen und durchlebt. „Anerkennen, was ist.“
  1. Selbstverantwortung: Verantwortung für das persönliche Leben und Handeln wird wahrgenommen. „Ich ziehe aufrichtige Bilanz und stehe dazu, dass…“. Ich bin bereit aus meinen Fehlern zu lernen!
  1. Optimismus: Es gibt schwere Zeiten im Leben. Aber die Dinge drehen sich auch wieder zum Positiven. „Es gibt immer einen neuen Morgen“.
  1. Dankbarkeit: Die Fokussierung auf Mangel, Scheitern und tatsächlich Erlittenes wird aufgeweicht. Neue Stabilität und Vitalität kann wachsen. „Danken schützt vor wanken“, Im Danken kommt Neues ins Leben“, „auf einem bitteren Boden wächst nichts“.
  1. Selbstwirksamkeit: Wir haben Einfluss auf unser Leben und können an der Situation etwas ändern. Die kleinen Schritte gehen, das Mögliche tun – jetzt. „Raus aus der Opferrolle“.
  1. Lösungsorientierung: Wir passen uns den veränderten Bedingungen an. Neue Handlungsoptionen werden entdeckt. Ich widerstehe der Gravitation der Not und drehe mich nicht um das Problem: „Es gibt immer eine Lösung“.
  1. Netzwerkorientierung: Beziehungen werden in guten Zeiten gepflegt und sind in Notzeiten tragfähig. Wir nehmen Hilfe von außen an und bauen Freundschaften auf, die in schweren Zeiten Unterstützung bieten. „Niemand ist eine Insel“.

Handwerkszeug für Trainer und Führungskräfte – Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell

„Stress lass nach“

Stress (engl. für ‚Druck, Anspannung‘; lat. stringere[1] ‚anspannen‘) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.  Wikipedia

Jeder kennt das: Wenn es stressig wird, steigt die Wahrscheinlichkeit sich eine Erkältung einzufangen. Jeder reagiert da anders und hat seine Strategien, um das Immunsystem zu unterstützen. Andere wiederum reissen sich so lange zusammen, bis sie frei haben und werden dann im Urlaub krank.

Jeder hat da sein Level an Belastbarkeit und meist folgt ja einer angespannten Stresssituation eine Phase der Entspannung. Je nach dem aber wie lange solche Stressphasen dauern, kann es auch sein, dass es an die Substanz geht und das Immunsystem „in die Knie geht“. Wenn es noch länger dauert oder das Stresslevel sogar noch steigt, kann es ernsthafte Konsequenzen haben.

Deshalb ist es für Führungskräfte existenziell wichtig, griffiges Handwerkszeug zum Erkennen und Einschätzen für sich selbst und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu haben. Denn je nach der Beschaffenheit des seelischen Setups, opfert sich der eine für die Familie oder den Job auf, während die andere in die „innere Kündigung“ geht. Beides ist ungesund!

Disposition oder das individuelle seelische Setup

In unserer Biografie kommt es immer wieder zu Erfahrungen, die uns tiefgehend prägen. Das kann ermutigend sein oder aber auch verletzend. Biologische, psychologische und soziale Faktoren bzw. Ereignisse, die verletzlich machen und in der Biografie hoch vulnerabler Menschen häufig gefunden werden sind: Misshandlung, Gewalt- oder Kriegserfahrungen, Flucht, Vertreibung, viele Umzüge, Verlust oder Scheidung der Eltern, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus (o.a. Suchterkrankungen) oder psychische Erkrankungen in der Familie. Eben Dinge, über die man nicht gerne spricht oder die sowieso weggedrückt werden, um zu funktionieren.

Vulnerabilität

Vulnerabilität ist eine, durch soziale, psychische, organische, genetische u.a. Faktoren bedingte Anfälligkeit, auf Belastungen mit bestimmten Erkrankungen zu reagieren. Vulnerable Personen werden besonders leicht emotional verwundet, erscheinen in Krisen oder unter Stress weniger belastbar und entwickeln eher psychische Störungen. (Wikipedia)

Vulnerabilitäts – Stress – Modell

Leben heisst Veränderung. Das heisst, jeder Mensch durchläuft in seinem Leben mehrere Phasen der Veränderung. Z.B. die Übergänge der Lebensphasen (Pubertät, Adoleszenz, Eheschliessung, Familiegründung, Midlife, Ruhestand,…) sind mit  erhöhter Vulnerabilität verbunden.

Gerade die Übergänge sind aber auch sehr stressbelastet. Unter Stress brechen in manchen Fällen alte Erfahrungen oder Muster wieder auf.  Das kann dann die Chance sein, an die „alten Wunden“ heranzukommen und die eigene Lebensgeschichte vollständiger wahrzunehmen und zu integrieren.

Basierend auf diesen Grundlagen wurde das Vulnerabilitäts – Stress – Modell entwickelt.

Vulnerabilitäts-Stress-Modell

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Symptombildung

In diesem Modell werden verschiedene Reaktionen und Verhaltensweisen in Stress beladenen Lebenssituationen erklärt. Man kann hieraus auftretendes Verhalten deuten und lösungsorientiert begegnen. Wichtig ist hierbei, dass die  Schwelle mit Krankheitssymptomen zu reagieren individuell sehr unterschiedlich ist.

  • In Manchen Fällen muss zuerst der Stress reduziert werden,
  • in anderen sollten zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
  • Es kann aber auch sein, dass die aus der eigenen Biografie entstandenen, Stress auslösenden Reiz-Reaktionsmuster bearbeitet werden müssen.

Reiz-Reaktionsmuster bearbeiten

Der letzte Punkt ist der wichtigste und schwierigste! Natürlich muss man in akuten Stresssituationen auf die Umstände schauen. Aber die eigenen unbewussten Reiz-Reaktionsmuster sind das Entscheidende. Unbewusst heisst auch, dass ich jemanden brauche, der sie mir bewusst macht und das geschieht meist durch aufrichtiges und wertschätzendes Feedback.

„develop a backbone not a wishbone“

Backbone, d.h. Rückgrat, Charakterstärke und Willenskraft zu entwickeln, ist mühsam,  lohnt sich aber und zahlt sich langfristig aus. Eine der Kernkompetenzen von High-Achievers ist Durchhaltevermögen, also die Fähigkeit, etwas durch zu ziehen, auch wenn es schwierig wird und keinen Spass macht.

Aber es geht um weit mehr als den Erfolg, dickköpfig bestimmte Ziele zu verfolgen und Projekte durch zu ziehen. Es geht letztlich darum, dass wir von unseren biografischen „Verkrümmungen“ (den „Kraftfressern“) frei werden, uns aufrichten und unser volles Potential entfalten können. Es geht darum, die Kraft der eigenen Persönlichkeit (Backbone) zu entdecken und zu entfalten. Und das klappt nicht über Nacht und schon gar nicht als „Einzelkämpfer“. Denn die „Lows“ kommen und die Durststrecken sind Teil des Weges und nicht nur Probleme, die man lösen oder sogar „weg beten“ kann. „Building character, building backbone“ – da geht es um Wachstum und Reifung. Und das sind die Voraussetzungen dafür, dass aus Potential Performance wird. Das fängt schon in jungen Jahren an:

Words For Teenagers: Judge’s Advice From 1959 Featured In School Newsletter Goes Viral

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http://www.huffingtonpost.com/2012/08/14/words-for-teenagers-judge-advice_n_1776337.html

 

When you change the way you look at things, the things began to change

In diesem Video wird erzählt, wie es gelingt, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Von allen Seiten. Reframing pur! Dazu braucht es Mut und eine Sicht auf die Lebenswirklichkeit, die nicht den Tunnelblick bisheriger Erfahrungen und Deutungen beibehält. Das ganze Leben ist von unternehmerischem Handeln geprägt. Wir müssen immer wieder ins Risiko gehen. Die Komplexität und Dynamik unseres Lebens fordert uns heraus. Wir sollen gute „Kybernetiker“ sein. Führungskräfte, die im persönlichen, im familiären aber auch im öffentlichen und beruflichen Umfeld kluge Entscheidungen treffen.

When you change the way you look at things, the things began to change

 

Dynaxity braucht Führungskraft braucht Rückgrat – zum 100. Todestag von Nelson Mandela

Complexity

Täglich sind wir herausgefordert, kluge Entscheidungen zu treffen. Aber die Multioptionsgesellschaft fordert ihren Tribut von uns. Die Chance, sich immer neue Handlungsoptionen zu erschliessen, führt zu einem permanenten Entscheidungsstress. Die Werbestrategen befeuern dies mit immer besseren und effizienteren Vermarktungsmethoden. Sichtweisen werden „geframed“ und Bedürfnisse geweckt, die vor ein paar Tagen noch garnicht an unserem Bedürfnishorizont aufgetaucht waren. Und das geht von der Babywindel bis zum Brexit.

Dynamic

Das Internet und die „immer-alles-für-alle“ Möglichkeit ist grossartig und schrecklich zugleich. Aber die immer besseren, sprich schnellern Zugangsmöglichkeiten zur Bedürfnissbefriedigung sind eine Herausforderung, der man sich reflektiert stellen muss.

Dynaxity – Statisch – Dynamisch – Turbulent – Chaotisch

Beides kommt zusammen: Complexity und Dynamic. Es entsteht Dynaxity. Ob im persönlichen und gesellschaftlichen Leben oder dem Verhalten von Teams und Organisationen, Dynaxity prägt unsere Lebenswirklichkeit. Dabei kann man verschiedene Phasen, auch Zonen genannt, beobachten: Hier in der Analogie der Schiffahrt:

Zone 1: Statisch: „Das Schiff liegt im Hafen“ Es bewegt sich nicht viel. Veränderungen werden sogar (systemimmanet) blockiert. Aber das Schiff ist super in Schuss!

Zone 2: Dynamisch: „Das Schiff“ hat abgelegt und bewegt sich auf offener See. Der Kurs ist klar, die Mannschaft aufgestellt und der Steuermann hat alles im Griff. Alles ist geordnet, eingerichtet und funktioniert. Die Prozesse sind beschrieben, Routine ermöglicht, dass jeder weiss, was zu tun ist.

Zone 3: Turbulent: Wind kommt auf, die See wird rauer. Die Gischt spritz schon bis aufs zweite Oberdeck. „Krisenfeeling“ kommt auf. Jetzt muss es schnell gehen, man hört die Stimme des Kapitäns kaum noch und entscheidet selbst im Augenblick. Ob das gut geht? Der Sturm wird stärker.

Zone 4: Chaotisch: Alle schreien durcheinander. Wo ist der Kapitän? Die Wellen schlagen aufs Deck. Wasser dringt in den Maschinenraum. Das Schiff hat schwere Schlagseite und droht zu kippen. Einige drehen in Panik durch. Wir wissen nicht mehr wo wir sind.

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By P3 OSTO GmbH (Eigene Darstellung) [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

In welcher Zone befinden Sie sich?…

…mit ihrem Leben, ihrer Ehe und Familie? Was passiert gerade in der Firma? Wo steht das Team? Sind Sie in „rauhen Gewässern“? Am liebsten hätten wir die Kontrolle über das „Lebenswetter“ und die „Lebensumstände“. Zone 2 und ab und zu Zone 3 wären cool! Damit es nicht langweilig wird. Aber das bildet nicht die Wirklichkeit unseres Lebens ab. Die Arbeitswelt und mit ihr die Märkte neigen zu disruptivem und chaotischem Verhalten. Gerade hat noch die Sonne gescheint, da zieht schon ein Sturm auf.

Haben Sie die Kontrolle über Ihre Entscheidungen?

Oder anders gefragt: Können Sie sich auch in „rauhen Gewässern“ noch auf Ihre Reflexe verlassen? Der Grossteil unserer Entscheidungen wird gerade in Stress- und Drucksituationen unbewusst, reflexartig getroffen, aus Mustern, die in unserer Biografie verankert sind. Es gibt Familienmuster oder auch Muster ganzer Organisationen. Deshalb ist Kodak untergegangen. Die Entscheider hatten den globalen Sturm der digitalen Fotografie zu spät kommen sehen, weil man ja Produkte von hervorrragender Qualität verkaufte.

„Dieselskandal“ – Die Liebe ohne Wahrheit oder Wahrheit ohne Liebe?

Die Parameter, zwischen denen sich unser „Lebensschiff“ bewegt, sind „Liebe und Wahrheit“. In entscheidenden Momenten sind das Steuerungsgrössen, mit denen man den Kurs halten kann. Das klingt vielleicht pathetisch, ist aber in den wirklich existenziellen Entscheidungsmomenten absolut wegweisend. Auffällig ist, dass es z.B. beim „Dieselskandal“ letztlich um diese beiden Entscheidungsparameter geht. Es wird vertuscht, gelogen, verleugnet und betrogen, nur damit man sich nicht der Wahrheit des Marktes und den eigenen Kapazitäten stellen muss. Man bekommt weiche Knie und krümmt das Rückgrat. Und irgendwann fliegt einem der Laden um die Ohren. Die Wahrheit wird ohne Liebe auf den Tisch geknallt.

Aber auf was basiert denn der wirtschaftliche Erfolg? Auf Innovation, Qualität und Vertrauen! Sprich der Wahrheit in Liebe. Alle Kommunikation, jedes Marketing lebt von der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Gerade in Zone 3 und 4, wenn der Druck mächtig auf die Knie drückt, knicken viele ein und machen Kompromisse, die kurzfristig das „Schiff zu retten“ scheinen, aber mittel- bis langfristig den Unwettern und Stürmen erliegen. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

Wenn es hart auf hart kommt, brauchen wir Rückgrat. Gerade die Steuerfrauen und -männer, die Verantwortung übernehmen und  Entscheidungen treffen, müssen aufrecht in Führung gehen!

Ein Fixstern für die Navigation durch die rauhen Gewässer unserer Zeit ist und bleibt Nelson Mandela. Er hat Massstäbe gesetzt, an denen wir uns messen können. Zu seinem hundertsten Todestag am 18.07.2018 ein Zitat aus dem Nachruf der NZZ (Markus M. Haefliger 

Mandelas soziale Kompetenz und seine Menschlichkeit, gepaart mit politischem Instinkt und weitsichtiger Klugheit, haben Massstäbe für politisch Verantwortliche in der ganzen Welt gesetzt.

 

Eberhard von Kuenheim: Führung in turbulenten Zeiten

Eberhard von Kuenheim war von 1970 bis 1993 Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte das Unternehmen etwa 20.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von etwas mehr als einer Milliarde DM. Er war damals der jüngste Vorstand in der deutschen Grossindustrie und hatte nicht gerade gute Startbedingungen. Wir erinnern uns an die „Auto freien Sonntage“, die drastischen Sparmassnahmen und die dramatischen Medienberichte. Die Ölkrise Anfang der siebziger Jahre legte ihre Schatten auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Trotzdem wagte Von Kuenheim etwas. Mitten in der “Weltuntergangs-Athmosphäre”, der Club of Rome verkündete die letzten Jahre der Öl- und Kohlereserven, entschloss sich Eberhard von Kuenheim nicht nur zum Ausbau des Automobilwerks in Dingolfing, sondern bildete mit dem Aufbau von weltweit agierenden Vertriebsgesellschaften die Basis für die Internationalisierung des Unternehmens. „Am 27. September 2013 feierte das BMW-Werk Dingolfing „40 Jahre Automobile aus Dingolfing“. Am 27. September 1973 lief der erste BMW (BMW 5er) vom Band. Seit dieser Zeit sind knapp neun Millionen Fahrzeuge in Dingolfing produziert worden.“ (Wikipedia)

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Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

Paradox, verrückt, wagemutig – oder eine Zeichen grossen Weitblicks? Im Nachhinein kann man sagen, dass er dadurch eine Grundlage schuf, für den Aufschwung der BMW AG und des ganzen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Er hat inmitten krisenhafter Zeiten etwas unternommen und kluge Entscheidungen getroffen.

Und er wirkt immer noch mit seinem „Unternehmer-Geist“. Das Motto der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG lautet: „Freude am Neu wagen“.

Der Reformator Martin Luther (einer der grossen Risk-Manager) hat es einmal so gesagt:

„Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Der „Happiness Calender“ Juli 2018

Während meiner Ausbildung in einer Suchttherapieklinik hat in einer Gruppentherapiesitzung ein Patient über sein Leben, seine Stimmung und seinen Gesundheitszustand geklagt. Darauf fragte mein Lehrtherapeut: „Was tun Sie denn dafür, dass es ihnen schlecht geht?“ Ich war wie elektrisiert! So eine komische Frage hatte ich bis dahin noch nie gehört. Aber seit dem klingt diese Frage immer wieder nach.

Als Kontrastmittel und paradoxe Intervention ist die oben erwähnte Frage hervorragend geeignet, aber jetzt drehen wir den Spiess mal herum und denken darüber nach, was wir konkret dafür tun können, dass es uns gut geht.

Das Greater Good Science Center der University of Berkley bringt für jeden Monat einen Happiness Calender raus. Vielleicht gerade in der Sommerferienzeit eine schöne Inspiration: Hier der Link:

Happiness Calender https://greatergood.berkeley.edu/images/uploads/July_2018_Calendar.pdf

Berkley

So wird das vermeintliche Scheitern zur persönlichen „Schatztruhe“

Wir neigen dazu unser Leben aus der Mangel- und Verlustperspektive zu deuten und zu bewerten. Es wäre an der Zeit den Schmerz zu verlassen, aber… . Aber stellen Sie sich doch mal die Frage, wo das hinführt? Man kann sich auch in der Negativität „suhlen“. Wir können vieles nicht ändern, vor allem nicht das Vergangene! Und die Zeit vergeht, die Minuten verrinnen, die Tage verstreichen und so bleiben wir an der Vergangenheit haften und klagen über das Verlorene, Erlittene und Nichtgewagte.

Das vermeintliche Scheitern wird zur persönlichen „Schatztruhe“

Phil Hansen zeigt einen Weg aus dem Schmerz. Er hat die Begrenzung überwunden und die Chance zu einer neuen Kreativität und Schaffenskraft erkannt und genutzt. Das vermeintliche Scheitern wird zur „Schatztruhe“, zur Ressource und letztlich zum Weg in eine neue Lebensaufgabe. „Embrace the shake“! Schauen Sie sich die 27 Jahre Arbeitslager von Nelson Mandela an. Diese Erfahrung war die Vorbereitungszeit für seine Lebensaufgabe. Wer sonst  hätte Südafrika friedlich aus der Apartheit führen können? Dazu gehört allerdings die Entscheidung, nicht in die Bitterkeit, zu gehen, sondern anzuerkennen, was ist, zu vergeben (auch sich selbst!) , loszulassen und sich für neue Wege zu öffnen: Und dann gelingt es: „From Limitation to Liberation“!