„develop a backbone not a wishbone“

Backbone, d.h. Rückgrat, Charakterstärke und Willenskraft zu entwickeln, ist mühsam,  lohnt sich aber und zahlt sich langfristig aus. Eine der Kernkompetenzen von High-Achievers ist Durchhaltevermögen, also die Fähigkeit, etwas durch zu ziehen, auch wenn es schwierig wird und keinen Spass macht.

Aber es geht um weit mehr als den Erfolg, dickköpfig bestimmte Ziele zu verfolgen und Projekte durch zu ziehen. Es geht letztlich darum, dass wir von unseren biografischen „Verkrümmungen“ (den „Kraftfressern“) frei werden, uns aufrichten und unser volles Potential entfalten können. Es geht darum, die Kraft der eigenen Persönlichkeit (Backbone) zu entdecken und zu entfalten. Und das klappt nicht über Nacht und schon gar nicht als „Einzelkämpfer“. Denn die „Lows“ kommen und die Durststrecken sind Teil des Weges und nicht nur Probleme, die man lösen oder sogar „weg beten“ kann. „Building character, building backbone“ – da geht es um Wachstum und Reifung. Und das sind die Voraussetzungen dafür, dass aus Potential Performance wird. Das fängt schon in jungen Jahren an:

Words For Teenagers: Judge’s Advice From 1959 Featured In School Newsletter Goes Viral

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http://www.huffingtonpost.com/2012/08/14/words-for-teenagers-judge-advice_n_1776337.html

 

When you change the way you look at things, the things began to change

In diesem Video wird erzählt, wie es gelingt, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Von allen Seiten. Reframing pur! Dazu braucht es Mut und eine Sicht auf die Lebenswirklichkeit, die nicht den Tunnelblick bisheriger Erfahrungen und Deutungen beibehält. Das ganze Leben ist von unternehmerischem Handeln geprägt. Wir müssen immer wieder ins Risiko gehen. Die Komplexität und Dynamik unseres Lebens fordert uns heraus. Wir sollen gute „Kybernetiker“ sein. Führungskräfte, die im persönlichen, im familiären aber auch im öffentlichen und beruflichen Umfeld kluge Entscheidungen treffen.

When you change the way you look at things, the things began to change

 

Dynaxity braucht Führungskraft braucht Rückgrat – zum 100. Todestag von Nelson Mandela

Complexity

Täglich sind wir herausgefordert, kluge Entscheidungen zu treffen. Aber die Multioptionsgesellschaft fordert ihren Tribut von uns. Die Chance, sich immer neue Handlungsoptionen zu erschliessen, führt zu einem permanenten Entscheidungsstress. Die Werbestrategen befeuern dies mit immer besseren und effizienteren Vermarktungsmethoden. Sichtweisen werden „geframed“ und Bedürfnisse geweckt, die vor ein paar Tagen noch garnicht an unserem Bedürfnishorizont aufgetaucht waren. Und das geht von der Babywindel bis zum Brexit.

Dynamic

Das Internet und die „immer-alles-für-alle“ Möglichkeit ist grossartig und schrecklich zugleich. Aber die immer besseren, sprich schnellern Zugangsmöglichkeiten zur Bedürfnissbefriedigung sind eine Herausforderung, der man sich reflektiert stellen muss.

Dynaxity – Statisch – Dynamisch – Turbulent – Chaotisch

Beides kommt zusammen: Complexity und Dynamic. Es entsteht Dynaxity. Ob im persönlichen und gesellschaftlichen Leben oder dem Verhalten von Teams und Organisationen, Dynaxity prägt unsere Lebenswirklichkeit. Dabei kann man verschiedene Phasen, auch Zonen genannt, beobachten: Hier in der Analogie der Schiffahrt:

Zone 1: Statisch: „Das Schiff liegt im Hafen“ Es bewegt sich nicht viel. Veränderungen werden sogar (systemimmanet) blockiert. Aber das Schiff ist super in Schuss!

Zone 2: Dynamisch: „Das Schiff“ hat abgelegt und bewegt sich auf offener See. Der Kurs ist klar, die Mannschaft aufgestellt und der Steuermann hat alles im Griff. Alles ist geordnet, eingerichtet und funktioniert. Die Prozesse sind beschrieben, Routine ermöglicht, dass jeder weiss, was zu tun ist.

Zone 3: Turbulent: Wind kommt auf, die See wird rauer. Die Gischt spritz schon bis aufs zweite Oberdeck. „Krisenfeeling“ kommt auf. Jetzt muss es schnell gehen, man hört die Stimme des Kapitäns kaum noch und entscheidet selbst im Augenblick. Ob das gut geht? Der Sturm wird stärker.

Zone 4: Chaotisch: Alle schreien durcheinander. Wo ist der Kapitän? Die Wellen schlagen aufs Deck. Wasser dringt in den Maschinenraum. Das Schiff hat schwere Schlagseite und droht zu kippen. Einige drehen in Panik durch. Wir wissen nicht mehr wo wir sind.

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By P3 OSTO GmbH (Eigene Darstellung) [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

In welcher Zone befinden Sie sich?…

…mit ihrem Leben, ihrer Ehe und Familie? Was passiert gerade in der Firma? Wo steht das Team? Sind Sie in „rauhen Gewässern“? Am liebsten hätten wir die Kontrolle über das „Lebenswetter“ und die „Lebensumstände“. Zone 2 und ab und zu Zone 3 wären cool! Damit es nicht langweilig wird. Aber das bildet nicht die Wirklichkeit unseres Lebens ab. Die Arbeitswelt und mit ihr die Märkte neigen zu disruptivem und chaotischem Verhalten. Gerade hat noch die Sonne gescheint, da zieht schon ein Sturm auf.

Haben Sie die Kontrolle über Ihre Entscheidungen?

Oder anders gefragt: Können Sie sich auch in „rauhen Gewässern“ noch auf Ihre Reflexe verlassen? Der Grossteil unserer Entscheidungen wird gerade in Stress- und Drucksituationen unbewusst, reflexartig getroffen, aus Mustern, die in unserer Biografie verankert sind. Es gibt Familienmuster oder auch Muster ganzer Organisationen. Deshalb ist Kodak untergegangen. Die Entscheider hatten den globalen Sturm der digitalen Fotografie zu spät kommen sehen, weil man ja Produkte von hervorrragender Qualität verkaufte.

„Dieselskandal“ – Die Liebe ohne Wahrheit oder Wahrheit ohne Liebe?

Die Parameter, zwischen denen sich unser „Lebensschiff“ bewegt, sind „Liebe und Wahrheit“. In entscheidenden Momenten sind das Steuerungsgrössen, mit denen man den Kurs halten kann. Das klingt vielleicht pathetisch, ist aber in den wirklich existenziellen Entscheidungsmomenten absolut wegweisend. Auffällig ist, dass es z.B. beim „Dieselskandal“ letztlich um diese beiden Entscheidungsparameter geht. Es wird vertuscht, gelogen, verleugnet und betrogen, nur damit man sich nicht der Wahrheit des Marktes und den eigenen Kapazitäten stellen muss. Man bekommt weiche Knie und krümmt das Rückgrat. Und irgendwann fliegt einem der Laden um die Ohren. Die Wahrheit wird ohne Liebe auf den Tisch geknallt.

Aber auf was basiert denn der wirtschaftliche Erfolg? Auf Innovation, Qualität und Vertrauen! Sprich der Wahrheit in Liebe. Alle Kommunikation, jedes Marketing lebt von der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Gerade in Zone 3 und 4, wenn der Druck mächtig auf die Knie drückt, knicken viele ein und machen Kompromisse, die kurzfristig das „Schiff zu retten“ scheinen, aber mittel- bis langfristig den Unwettern und Stürmen erliegen. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

Wenn es hart auf hart kommt, brauchen wir Rückgrat. Gerade die Steuerfrauen und -männer, die Verantwortung übernehmen und  Entscheidungen treffen, müssen aufrecht in Führung gehen!

Ein Fixstern für die Navigation durch die rauhen Gewässer unserer Zeit ist und bleibt Nelson Mandela. Er hat Massstäbe gesetzt, an denen wir uns messen können. Zu seinem hundertsten Todestag am 18.07.2018 ein Zitat aus dem Nachruf der NZZ (Markus M. Haefliger 

Mandelas soziale Kompetenz und seine Menschlichkeit, gepaart mit politischem Instinkt und weitsichtiger Klugheit, haben Massstäbe für politisch Verantwortliche in der ganzen Welt gesetzt.

 

Eberhard von Kuenheim: Führung in turbulenten Zeiten

Eberhard von Kuenheim war von 1970 bis 1993 Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte das Unternehmen etwa 20.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von etwas mehr als einer Milliarde DM. Er war damals der jüngste Vorstand in der deutschen Grossindustrie und hatte nicht gerade gute Startbedingungen. Wir erinnern uns an die „Auto freien Sonntage“, die drastischen Sparmassnahmen und die dramatischen Medienberichte. Die Ölkrise Anfang der siebziger Jahre legte ihre Schatten auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Trotzdem wagte Von Kuenheim etwas. Mitten in der “Weltuntergangs-Athmosphäre”, der Club of Rome verkündete die letzten Jahre der Öl- und Kohlereserven, entschloss sich Eberhard von Kuenheim nicht nur zum Ausbau des Automobilwerks in Dingolfing, sondern bildete mit dem Aufbau von weltweit agierenden Vertriebsgesellschaften die Basis für die Internationalisierung des Unternehmens. „Am 27. September 2013 feierte das BMW-Werk Dingolfing „40 Jahre Automobile aus Dingolfing“. Am 27. September 1973 lief der erste BMW (BMW 5er) vom Band. Seit dieser Zeit sind knapp neun Millionen Fahrzeuge in Dingolfing produziert worden.“ (Wikipedia)

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Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

Paradox, verrückt, wagemutig – oder eine Zeichen grossen Weitblicks? Im Nachhinein kann man sagen, dass er dadurch eine Grundlage schuf, für den Aufschwung der BMW AG und des ganzen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Er hat inmitten krisenhafter Zeiten etwas unternommen und kluge Entscheidungen getroffen.

Und er wirkt immer noch mit seinem „Unternehmer-Geist“. Das Motto der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG lautet: „Freude am Neu wagen“.

Der Reformator Martin Luther (einer der grossen Risk-Manager) hat es einmal so gesagt:

„Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Mentale Stärke entwickeln, „Gut sein, wenn`s drauf ankommt“: Interview Prof. Hans Eberspächer

Jetzt ist es Zeit sich zu erinnern: „Gut sein, wenn`s drauf ankommt“, was für ein Buchtitel…!!!! Gerade mit den Erfahrungen der letzten Woche in den Knochen, stellt sich die Frage nach dem Wesen mentaler Stärke.

  • Wie kann es gelingen, sein volles Potential abzurufen?
  • Wie begegnet man Blockaden, Lähmungen und „Bremsblöcken“ (im Kopf)?
  • Wie schüttelt man die „Schwere“ aus den Beinen und geht in Angriffsmodus?
  • Wie kommen wir als Team von der Organisation zum Organismus?
  • Was kann man von Topleistern lernen?

Prof. Hans Eberspächer war eine sehr prägende Gestalt für alle, die sich im Bereich Mentaltraining weiterentwickeln wollten. Er gilt als der Pionier der praktischen Sportpsychologie in Deutschland. Er selbst hat mehrere Nationalmannschaften sportpsychologisch betreut und war bei mehreren Olympischen Spielen akkreditiert.

Hans Eberspächer (* 15. April 1943 in Stuttgart; † 7. Oktober 2014 in Heidelberg) war ein deutscher Psychologe, Sportlehrer und Sportwissenschaftler, der vor allem durch seine Arbeitsschwerpunkte in der Beanspruchungs- und Regenerationsforschung mit Trainingskonzepten der mentalen Handlungsregulation im Hochleistungssport bekannt wurde. Er galt als führender Vertreter seiner Fachbereiche und als Vorreiter der angewandten Sportpsychologie. Er war Herausgeber und Autor von 15 Büchern. Wikipedia

BUCHEMPFEHLUNG:

„Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“ (Winston Churchill)

Ein junger Mann fragte mich einmal in einem Workshop: Was mache ich, wenn ich aufgegeben habe? Wenn alles zuviel wird und ich dem Druck nicht mehr standhalten kann? In diesem Workshop ging es um das Thema „Druck aushalten“. Ein ehemaliger Top-Fussballprofi, der früher im Tor eines Bundesligaspitzenclubs stand, erzählte seine Geschichten. Und die Zuhörer waren fasziniert, wie dieser Mann gelernt hatte, mit dem wöchentlichen Druck umzugehen. Ein Torwart weiss, was es bedeutet Fehler zu machen. Seine Aufgabe ist es, Tore zu verhindern. Fast jeder Fehler hat ernste Konsequenzen. Fehler sind dabei oft spielentscheidend. Man denke nur an das eine oder andere Elfmeterschiessen. Der Schritt vom Matchwinner zum Looser ist klein.

Die Frage des jungen Mannes gab dem Workshop aber seine entscheidende Wende. Davor wagte es keiner, seinen „Panzer“ abzulegen. Doch als er sich hinter der Mauer aus Erfolg und Glamour hervor wagte, war das Gespräch offen.

Erfolge werden gefeiert, aber wer spricht schon gerne von diesen Momenten. Man muss schon den Mut haben und genau hinschauen. Manche, die durch diese Erfahrung gegangen sind, nennen es auch „die Gnade des Nullpunktes“. Erst hier kommt heraus, was wirklich drin ist. Reaktionsmuster laufen oft unbewusst ab. Wer gelernt hat, sich bewusst mit diesen Mustern auseinander zu setzen, hat einen entscheidenden Pluspunkt. Dazu müssen wir uns folgenden Fragen stellen:

  • Was passiert in unserem Kopf, wenn etwas schief geht, wir einen Fehler machen?
  • Was wenn unsere Werte, Ziele oder Traditionen durch plötzlich auftretende Ereignisse und Veränderungen in Frage gestellt werden?
  • Was wenn wir kein Land mehr sehen und man sich von der Situation überwältigt fühlt?
  • Was tun wir in dem Moment, wenn schon der Gedanke des Aufgebens in uns auftaucht?
  • Welche Reflexe haben wir gelernt?
  • Welche Reiz-Reaktions-Muster beherrschen dann unser Denken und Fühlen?

Entscheidende Momente im Leben zeichnen sich dadurch aus, dass ein Mensch eben nicht aufgibt, sondern den Gegebenheiten „ins Auge sieht“, die Situation anerkennt und Verantwortung übernimmt. Dazu braucht man manchmal die „True Companions“, die Menschen, die einem zur Seite stehen und das Rückgrat stärken bevor das Gift des Selbstmitleids, der Selbstanklage und Resignation lähmt. Man kann zum Radsport stehen wie man will, aber manchmal gleicht das Leben einer Bergetappe. Der „True Companion“ Udo Bölts ist mit seiner drastischen Redewendung zur Legende geworden: „Als sein Teamkapitän Jan Ullrich 1997 als Gesamtführender auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen schwächelte, feuerte er ihn mit dem Spruch an: „Quäl dich, du Sau!“. (Wikipedia) Harte Worte, aber in dieser Situation äusserst wirksam.

Negatives „Wenn-Dann-Denken“ oder die übermächtige Stimme des „inneren Kritikers“, die aus einem Missgeschick, einer Schwäche oder Fehlverhalten eine Niederlage machen wollen, können überwunden werden. Heather Dorniden veranschaulicht auf sehr eindrückliche Weise den Satz: „Erfolg haben heißt, einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.“

Big 10 Indoor Track Championship Heather Dorniden’s 600m Race

Training für Talente und Trainer!

Zusammen mit Wynton Rufer und vielen tollen Kollegen und Kolleginnen aus dem Fussballprofibereich habe ich Fussballnachwuchsprojekte entwickelt und durchgeführt. Im Jahr 2000 war das noch Pionierarbeit und ein riesen Spass! Danach kamen ausserdem jedes Jahr Talente der Soccer School Of Excellence aus Neuseeland dazu. Bis zu 320 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Ihnen wurde aber nicht nur eine hervorrragende Technik-, Taktik- oder Koordinationsschulung vermittelt. Im Focus stand die Vermittlung von „Lifeskills“. Otto Rehagel stellte ja schon sehr treffend fest: „Fussball ist das Spiel des Lebens“, deshalb geht es um Kopf und Herz: Leidenschaft und kühlen Kopf, Fairplay und Siegeswille, Disziplin und Spielfreude.

Du kannst den jungen Spielern sagen was Du willst, die machen dich sowieso nach. Deshalb braucht es gerade in der Talentförderung Menschen, die mit einem positiven Ansatz voraus gehen: „Walk The Talk“. Leben, was man sagt und aufrichtig Feedback geben. Nicht nur aus pädagogischer Romantik, sondern im vollen Bewusstsein, dass der Mensch am Du zum Ich wird (Martin Buber). Die Trainer in meinem Fußballerleben waren prägende Gestalten, die ich bis heute noch alle beim Namen nennen kann.

Und wenn man dann bedenkt, dass echte Führungskraft mit der persönlichen Selbstführung beginnt, dann ist völlig klar welche Verantwortung beim Übungsleiter, Lehrer und den Eltern liegt.

Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen ihre Führungsrolle reflektiert. Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen die Führungsskills trainiert, die nicht nur aus einem Reflex heraus kommen sollen („So ist er eben“), sondern bewusst, professionell und zielführend eingesetzt werden.

Deshalb waren die Trainingscamps für Nachwuchstalente auch immer die Gelegenheit, die Trainer zu trainieren. Nach den Trainingseinheiten auf dem Platz gab es deshalb immer auch Gespräche und Vorträge, in denen die eigene persönliche Einstellung und das pädagogische Handeln reflektiert und gegebenenfalls neu justiert wurde.

Hier ein Ausschnitt des Teams unserer internationalen Fussballnachwuchsprojekte in München.

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Vorne rechts: Dirk Wahlandt, Wynton Rufer, Shelley Thompson (jetzt Shelley Aehlig). Hinten von rechts: Bodo Sandrock, Tomas Tomic, Dennis Ibrahim, Marco Bode, Michael Henke, Dietmar Ness.Auf dem Bild fehlen: Cacau, Andi Bluhm, Annemieke Kiesel-Griffioen, Colin Bell, Dirk Schmidt, Jens Rasiejewski, Jürgen Rollmann

Haltung ist das Rückgrat guter Führung

Dr. Bernd Slaghuis, fasst in seinem Artikel hervorragend zusammen, was es bedeutet, als Führungskraft Haltung (Backbone) zu entwickeln. Haltung kann man lernen, muss man aber auch im Alltag trainieren. Klar geht es um Mindsetveränderung. Der aufrechte Gang kommt aber nicht durch ein paar schlaue Gedanken, sondern durch die konkrete Führungshandlung und die mutige Umsetzung innovativer Ansätze im Alltag. Dr. Slaghuis nennt folgende grundlegende Haltungen (zu trainierende „Muskelgruppen“):

  • Achtsamkeit – Ich nehme Dich wahr.
  • Offenheit – Ich interessiere mich für Deine Ideen.
  • Wertschätzung – Ich schätze Deine Werte.
  • Empathie – Ich verstehe Dich und zeige Dir das auch.
  • Respekt – Ich achte Dich als Persönlichkeit.
  • Gelassenheit – Ich bin Dein Ruhepol.
  • Flexibilität – Ich bin bereit, mit Dir neue Wege zu gehen.
  • Vertrauen – Ich bin überzeugt, dass Du es kannst.
  • Augenhöhe – Wir können beide voneinander lernen.

Im Sport ist es völlig normal, dass Athleten Spitzenleistungen nur mit Hilfe von guten Trainern bringen können. Bewusste Planung der Trainings- und Regenerationsphasen gehört zum Alltag. Reflektion der eigenen Haltung und Fähigkeiten mit einem professionellen Gegenüber muss sein. Spitzensportler brauchen Feedback!

Was macht ein Coach und Trainer? Er macht Muskelkater!

Es geht um persönliches Wachstum. Ein Muskel, der geschont wird, schrumpft. Da gibt es keine „Shortcuts“. Das Rückgrat, d.h. die Kraft einer Persönlichkeit, wächst nicht auf dem Sofa. Der Weg des geringsten Widerstands führt ins Abseits oder ans Tabellenende. Im Fitnessbereich wissen wir das. Führungskräftetraining ist deshalb eine strategische Entscheidung und mehr als eine „HR-Zierleiste“! Von nix kommt nix! Die Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre werden nicht kleiner. Wer besteht und bleibt standhaft , wenn das Schiff in schweren Seegang kommt?

Es geht nicht um oberfächliche Selbstoptimierungsbemühungen, sondern um persönliches Wachstum. Das kann man aber nicht erzwingen. Es geht nicht um das ständige Getriebensein durch Vorgaben oder das atemlose „Hinterherhächeln“ im Hamsterrad, sondern um Reifung.

Das Leben macht einfach mehr Spass, wenn man seine Selbstwirksamkeit entdeckt, raus kommt aus der Opferhaltung und konkrete Handlungsoptionen umgesetzt werden. Nach dem Erreichen der Ziellinie wartet die Party!

Auf seinem Blog

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schreibt er zum Schluss:

…Haltung hat viel mit der eigenen Perspektive und ihrer Bewertung zu tun. Die Haltung entscheidet darüber, wie wir Dinge sehen und welche Bedeutung wir ihnen beimessen. Haltungs-Training heißt für mich, sehr bewusst die eigenen Weltbilder und gewohnten Handlungsweisen zu hinterfragen. Ist es richtig, jemanden sofort in die Schublade „Dumme Tussi“ einzusortieren, nur weil das Mädel blond ist und goldenen Glitzerstaub auf den pinken Nägeln kleben hat? Intressieren Sie sich für die Menschen und ihre Denkweisen um Sie herum und stecken Sie sie nicht gleich in Schubladen, weil Sie es so gewohnt sind und das so herrlich einfach ist.

Im Führungsalltag geht es darum, Gewohnheiten bewusst zu hinterfragen und aktiv zu versuchen, andere neue Perspektiven einzunehmen. Bevor Sie das nächste Mal bei Ihrem nervigsten Mitarbeiter denken „Wieso fragt er mich immer solche Lapalien und entscheidet es nicht selbst!“, hinterfragen Sie nicht nur Ihre eigene Haltung dahinter, sondern auch dessen Weltbild, Motivation und Werte.

So wird man zur Führungskraft: Fussballlegende Kiwi – Wynton Rufer!

Jedes Team braucht Führungsspieler, die etwas wagen und voran gehen. Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten. Aber keiner darf sich auf Kosten der Gruppe profilieren. Der Trainer und Kybernetiker setzt auf beides. Das Zusammenspiel, die Kultur muss stimmen und der einzelne Spieler soll auf seiner Position die Freiheit nutzen, ins Risiko gehen und den „tödlichen Pass“ oder den überraschenden Abschluss suchen.

Der Alltag sieht aber oft so aus: Das Team muss zuerst zusammenwachsen. Spielzüge werden trainiert, die Technik verbessert und Kondition „geboltzt“. Endlose Stunden auf dem Trainingsplatz und im Kraftraum. Disziplin, Überwindung und Durchhaltevermögen! Erholungsphasen und Fokussierung auf das nächste Spiel. Die Einstellung muss stimmen!

Und dann kommt es zu Situationen, in denen der Wettbewerb alles fordert und jeder über sich selbst hinauswachsen muss und schliesslich auch hinauswächst. Alle spüren, jetzt ist es soweit: „Redifine whats possible“.

Wynton Rufer ist auf diesem Weg zur Führungskraft geworden. Er ist immer wieder ins Risiko gegangen und über sich selbst hinausgewachsen. Er war ein begabter Individualist, der sich fürs Team „reingehauen“ hat. Er hat sich für das gemeinsame Ziel eingesetzt, um den Sieg vom Platz zu tragen. Und das in Situationen, die eigentlich hoffnungslos erschienen.

Ich habe Wynton vor nun mehr als 17 Jahren kennen gelernt. Wir haben zusammen unbenanntProjekte in der Fussballnachwuchsförderung aufgebaut. Mehrmals im Jahr kam er aus Neuseeland nach München und brachte Nachwuchstalente aus seiner Wynton Rufer Soccer School of Excellence WYNRS mit.

Wynton hat seine ersten Profifussballschritte in England und der Schweiz gemacht und hat seine grössten Erfolge dann in der legendären Werder-Elf mit Otto Rehagel in den 90iger Jahren erlebt. Er lebt Fussball – das Spiel des Lebens – auf eine Weise, die fasziniert und ansteckt, mit Herzblut und Werten. Wenn er von seinen Spielen erzählt spürt man die Leidenschaft.

Am 8.Dezember 1993 sass ich in München vor dem Fernseher und war elektrisiert von dem Match Werder Bremen gegen RSC Anderlecht. Ein unglaubliches Spiel. Es gab Fünf Tore in 23 Minuten.

Hier ein lebendiger Bericht was hinter den Kulissen abging im Magazin für Fussballkultur:

Wolfgang Jenewein zum Thema Fussball…Management

Otto Rehagel hat einmal gesagt: „Fussball ist das Spiel des Lebens“. Und er hat Recht!

Mein erster Trainer in der U7 des FV Plochingen , Karl Schlecker, hat immer gesagt: „Was man anfängt macht man fertig.“ oder „Zeit ist Geld“. Er hat uns als kleine Jungs angespornt, ernst genommen, herausgefordert, getröstet und aufgebaut. Die Fussballtrainer waren prägende Gestalten in meiner Biografie. Jeder in seiner Eigenart. Die meisten haben es geschafft, mein Potential herauszukitzeln. Die Faszination des Spieles mit dem runden Leder ist für mich unübetroffen. Wer es erlebt hat, wenn eine Mannschaft ein Spiel dreht oder diszipliniert die taktischen Vorgaben umsetzen kann, der kommt nicht mehr davon los!

Jede  Woche hat man  geübt, was es bedeutet, gewinnen zu wollen, Siege zu feiern und sich dem Wettbewerb zu stellen – grundlegende LifeSkills. Das Ziel war klar, wir wollen Meister werden! Aber auch der Umgang mit Niederlagen war natürlich immer wieder Thema.

Millionen von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen teilen diese Erfahrungen und sind angesteckt von diesem „Fussballvirus“. Zuerst aktiv, dann meistens passiv. Die Spiele fesseln Massen vor die Übertragungsgeräte. Ich habe Freunde in Neuseeland, die stehen nachts auf, um UEFA Championsliguespiele live anzuschauen!  Ronaldo ist auf jedem Kontinent ein Superstar!

Die FiFa Fussball WM hat globale, alles übertreffende sportliche, wirtschaftliche und sogar politische Bedeutung. Die grossen Vereine und Verbände sind längst Wirtschaftsunternehmen, die mit unglaublichen Umsatzzahlen und Gewinnmargen jonglieren. Ob das gut ist? Fussball ist ein absolut faszinierendes und überzeugendes Produkt! Der Markt gibt es her! Wir sind bereit für diese herausragende Unterhaltungsqualität zu bezahlen. Die Kundenbindnung ist enorm. Viele Vereine sind längst „Marketing- und Merchandisingmaschinen mit angeschlossener Sportabteilung“. Da braucht es Fachleute, Führungskräfte, Manager, die ihr Geschäft verstehen, aber auch die Faszination teilen.

Hier ein Video: Prof. Dr. Wolfgang Jenewein führt hier aus, was Führungskräfte vom Fussball lernen können.