„Hohe Erwartungen, grosse Ziele und dann sowas!“ Enttäuschung überwinden

Je nach dem wie massiv ein Frustrationserlebnis ist und wie lange die Enttäuschung dauert, kann es sein, dass wir an Erfahrungen hängen bleiben und bitter werden. Bitterkeit ist ein Gefühl, besser gesagt eine Einstellung oder Sichtweise, die sehr zerstörerisch wirken kann, bis hin zu psychosomatischen Erkrankungen. Und viele Beziehungen leiden jahrelang an bitteren Blockaden. Man bleibt irgendwie an den Kränkungen, Verletzungen und Enttäuschungen hängen und kommt nicht darüber hinweg.

„Gravitation der Not“

Aber wie kann man denn nicht bitter werden, wenn sich jede positive Prognose als falsch erweist und die Berechnungen falsch waren? Wenn Vertrauen missbraucht wird und die Umstände sich gegen einen verschworen haben. Die „Gravitation der Not“ zwingt viele in eine „Rund-ums-Leid-Kampfbahn“ und Jammern wird zum Grundtenor der inneren und äusseren Kommunikation. Selbstmitleid auf der einen und Schuldzuweisungen auf der anderen sind das traurige Ergebnis. Im Job hui und privat pfui oder andersrum. Es gelingt nicht mehr, sich von den bitteren Gedanken zu lösen, es wird sogar zur Lebenseinstellung. Das Gute wird nicht mehr gesehen, Dankbarkeit ist ein Fremdwort. Der Mangel wird verwaltet, aber Spass macht das auf keinen Fall. Die Lebensperspektive erscheint grau in grau. Auf die Zukunft habe ich keinen Bock! „Brauchst nichts erwarten, wirst schon nicht enttäuscht!“ Völlig abgelöscht!

„High-Achievers“ ticken anders

Gerade bei „High-Achievers“, den Menschen, die den unbedingten Erfolg suchen, geistig, moralisch, sportlich, wirtschaftlich oder sozial, kann die Sache immer wieder kippen, wenn es, wie oben beschrieben, nicht so läuft wie erwartet. Man will sich ja auf ein Ziel ausrichten und alles für die Erreichung geben. Man will sich kein „Hintertürchen“ auflassen. Fokussiert und konzentriert. „Das würde ich mir nie verzeihen…“, so oder ähnlich wird der Weg in die Bitterkeit gepflastert. „Ich weiss nicht, ob ich Ihr das vergeben kann…“, mit so einem Statement wird die Bitterkeit schon im Voraus angedeutet. Bitterkeit und „Unversöhnlichkeit“ sind nämlich Geschwister. „Wenn das schief geht, dann kannst Du Dich gleich einsalzen lassen…“, und schon haben wir ein negatives Frustrationsmanagement.

Raus der Gravitation der Not

Ein Schlüssel zum besseren Umgang mit Frustrationserlebnissen ist die Fähigkeit sich zu distanzieren. „Raus aus der Gravitation der Not“, raus aus der „Rund-Um-Das-Leid-Kampfbahn“, heisst das entscheidende Motto. Nur, wie geht das? Gerade wenn man mitten drin steckt.

Hier eine unvollständige Liste möglicher Schritte:

  1. Interessanterweise ist der erste Schritt, dass ich Verantwortung für meinen Anteil an der Enttäuschung übernehme. Niemand ist nur Opfer! You deserve what you tolerate!
  2. Ich schreibe die Geschichte auf. Subjektiv, mit allen Emotionen, ungefiltert, ohne zu bewerten! Ich formuliere, vielleicht unter Tränen, was mich bitter macht.
  3. Ich suche das Gespräch mit jemanden, der ausserhalb der „Rund-Um-Das-Leid-Kampfbahn“ steht und mir unabhängig und aufrichtig Feedback geben kann.
  4. Ich nutze Mittel wie z.B. Systemaufstellungen, um die Situation von aussen anzuschauen (Lego- oder Playmobilfiguren der Kinder sind da ganz hilfreich) Wo stehe ich? Wer steht wie zu wem?
  5. Ich agiere die Bitterkeit und Wut körperlich aus. Manchen hilft Holzhacken, andere laufen bis zur Erschöpfung.
  6. Ich bewege mich weg vom Schmerz und der Bitterkeit. Ich mache mich auf den Weg, so gut ich kann und so weit wie möglich. Ich lasse los. Erst symbolisch, dann mit Leib und Seele.
  7. „Worte schaffen Wirklichkeit-1“: Achten Sie auf Ihre Sprache. Vielleicht entlarven Sie ja so einen sich wiederholenden „Frustrationssatz“ (Meistens mit „Wenn…dann“). Widerrufen sie ihn. Schreiben Sie ihn auf und verbrennen sie den Zettel.
  8. „Worte schaffen Wirklichkeit“-2″: Suchen Sie positive Aussagen, die den Frustrationssatz ersetzen.
  9. Was war heute gut? Ich fange eine neue „Dankbarkeitsliste“ an und trainiere den „Dankbarkeitsmuskel“ regelmässig! „Im Danken kommt Neues ins Leben!“
  10. Holen Sie sich Feedback von Freunden. Menschen, die realistisch sind und eher Hoffnung verbreiten, als miese Stimmung
  11. Machen sie eine „Kann ich gut“- Liste
  12. Machen Sie eine „Möchte ich gerne“- Liste
  13. Setzen Sie sich kleine (Wochen-) Ziele und besprechen Sie diese mit einem (Geschäfts-) Partner
  14. Lernen Sie die „Kunst der kleinen Schritte“
  15. Belohnen Sie sich. Was würden Sie jetzt gerne machen?

Hier ein sehr hilfreicher Artikel von Solveig Bach auf n-tv.de zum Weiterdenken:

Michael Linden hat die Posttraumatische Verbitterungsstörung beschrieben.

Weisheit als Therapie: Wenn das Leben nur noch bitter schmeckt

Von Solveig Bach

In jedem Leben gibt es einschneidende Ereignisse: Scheidung, eine überraschende Kündigung oder Todesfälle. Die meisten Menschen können damit umgehen, doch einige verwinden es nicht und verbittern so sehr, dass ihnen nur noch schwer zu helfen ist.

Der Ex-Mann brennt mit der Sekretärin durch. Der Chef befördert den erwiesenermaßen faulen Kollegen. Die weit entfernte Cousine erbt alles, obwohl man selbst die Tante gepflegt hat. Die Möglichkeiten, dass einem das Leben übel mitspielt, sind unendlich. Und genauso vielfältig sind die menschlichen Reaktionen darauf.

Die meisten Menschen ärgern sich kräftig und schlagen dann das nächste Kapitel auf. Es gibt aber auch die anderen: Die ihr erfahrenes Unrecht bei jeder Gelegenheit erneut aufwärmen und daran leiden, als wäre es gerade erst passiert. Manchmal entwickeln sie Schlafstörungen, Ängste oder Verhaltensauffälligkeiten. Unentwegt kreisen sie um jenes einschneidende Lebensereignis. Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Linden von der Berliner Charité hat Anfang der 2000er-Jahre das Krankheitsbild der Posttraumatischen Verbitterungsstörung beschrieben, das in ähnlicher Form auch schon von Kraepelin, dem Urvater der Diagnostik psychischer Störungen, diskutiert wurde.

Die Erfahrung von Linden war, dass Patienten mit ausgeprägter Verbitterung sehr schwer zu behandeln sind. „Uns wurde deutlich, dass wir gar nicht wissen, was wir mit denen machen sollen“, erzählt er n-tv.de Verbitterung ist zunächst einmal ein völlig normales Gefühl, das die meisten Menschen irgendwann im Leben haben, das sie dann aber eben auch wieder loslassen können. „Aber es gibt auch Verbitterung, die von der Intensität her so stark ist, dass sie eine neue pathologische Qualität bekommt“, sagt Linden über die krankhafte Form dieses Gefühls. Diese Patientinnen und Patienten sind aus seiner Sicht schwer krank. Häufig sind sie schon lange arbeitsunfähig, haben bereits ein Dutzend Diagnosen bekommen oder einen erheblichen Medikamentenkonsum. „Trotzdem geht es ihnen schlechter als vorher“, stellt Linden dann oft fest. Die Betroffenen sehen sich als Opfer und wollen sich auch nicht wirklich helfen lassen.

Wie bei Kain und Abel

Anfällig sind Menschen mit ausgeprägten Wertvorstellungen, die sich also als Person sehr stark über ihre Karriere oder ihre Familie definieren. Wenn sich dann Leistung gar nicht wirklich lohnt und Liebe nicht ewig währt, fühlen sie sich vom Schicksal oder vom Leben verraten.

Ein zweiter Baustein ist die menschliche Erinnerung, die Ereignisse besonders lange abspeichert, die sehr überraschend kommen, gravierende Folgen haben und mit starker emotionaler Erregung einhergehen. Das trifft beispielsweise auf den Mauerfall oder die Terroranschläge vom 11. September zu, aber eben auch auf den Tag, als einem nach Jahren aufopferungsvoller Arbeit die Kündigung ins Haus flatterte. Diese negativen Ausnahmeerlebnisse brennen sich dann geradezu ins emotionale Gedächtnis ein.

Für Linden ist die Geschichte von Kain und Abel aus der Bibel ein klassisches Beispiel für eine Verbitterungsstörung. Beide Brüder haben Gott ein Geschenk gemacht, aber Gott hat nur das von Abel angenommen. Das hat Kain so sehr gekränkt, dass er seinen Bruder tötete. Daran sieht man, dass Verbitterung zu blindwütigen Reaktionen führen kann. Und noch etwas könne man an diesem Beispiel gut sehen, meint Linden. Aus Gottes Sicht stellt sich die Situation ganz anders dar. „Ihm kann ja keiner vorschreiben, welches Geschenk er wählen muss. Er hat einfach nur eine ihm zustehende Entscheidung getroffen.“

Genau das versuchen Familie und Freunde auch Verbitterten zu sagen: Niemand habe eben ein Anrecht darauf, dass sein Leben störungs- oder kränkungsfrei verläuft. Der Verbitterte kann damit in seinem konkreten Fall nur leider nichts anfangen. Linden weiß auch, warum: „Der Glaube an eine gerechte Welt ist angeboren. Wenn wir Ungerechtigkeit erleben, reagieren wir alle kämpferisch. Was wir jedoch für gerecht halten, das ist sozial erlernt.“ Diese Rechtsnormen sind psychologisch gesprochen sogenannte Grundannahmen, die Menschen nicht mehr infrage stellen. „Wir halten unsere eigene Weltsicht immer für unbedingt richtig und nicht hinterfragbar.“ Deshalb ist das erfahrene Unrecht so unverzeihlich und unvergesslich.

Die Weisheit zu unterscheiden

Inzwischen haben Linden und Mitarbeiter für diese Patienten einen ganzen Werkzeugkasten entwickelt, wozu die „Weisheitstherapie“ gehört. Dabei wird der Versuch unternommen, eine andere Sicht auf das Ereignis zu entwickeln. Psychologen nennen das „Reframing“. Allerdings kann man die dafür erforderlichen Fähigkeiten nicht mit dem unmittelbaren Blick auf das Problem des Patienten trainieren. „Das funktioniert nicht“, sagt Linden.

Stattdessen versuchen die Patienten, an fremden Problemen beide Seiten der Medaille zu sehen und probieren so den Perspektivwechsel. Sie üben sich in Gelassenheit und lösen sich ein wenig vom eigenen Absolutheitsanspruch. Sie geben der Zeit die Chance, die Wunden zu heilen und nehmen die Dinge vielleicht sogar mit Humor.

Wenn es gut läuft, können die Patienten diese Fähigkeiten schließlich auf ihr eigenes Dilemma anwenden und die Verbitterung loslassen. Beispielsweise die Weisheitsdimension, die Linden „Selbstdistanz“ nennt. „Übersetzt könnte man sagen: Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen.“ Der Psychologe hat dafür auch gleich ein Beispiel parat: „Wenn ein großer Konzern ein Werk schließt, dann ist es wichtig, dass der gekündigte Mitarbeiter versteht, dass in der Konzernzentrale irrelevant ist, ob er noch ein Häuschen abzahlt und dass er auch keinen Anspruch darauf hat, dass sein Betrieb niemals restrukturiert wird.“

Am Ende könnte die Erkenntnis stehen, dass es immer einen Teil des Lebens gibt, den jeder selbst beeinflussen kann. Linden fällt dazu ein Weisheitsklassiker ein: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Quelle: n-tv.de

„Zeit, dass sich was dreht!“

Können Sie sich noch daran erinnern, wie wir 2006 das Lied von Herbert Grönemeyer gesummt, gesungen oder gegröhlt haben? „Zeit, dass sich was dreht!“ Das WM-Sommermärchen. Natürlich musste man an das runde Leder denken, die Dynamik des Spieles – jetzt gehts ab! Ich hatte das Vorrecht einige Spiele in München live zu sehen. Z.B. Philip Lahms Traumtor im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica, oben rechts in den Winkel. Und dann Portugal gegen Frankreich. Zidane und Ronaldo, als Spieler auf einem Platz! Dazu der junge Ribery, Thierry Henry und Figo. Muss ich mehr sagen? Da kommt man schon ins Schwärmen.
Beim ersten Hören des Songs gingen mir aber auch noch weitere Gedanken durch den Kopf. Es ist Zeit der Veränderung, etwas verändert sich, muss sich verändern. Festgefahrenes kommt in Bewegung. Aber wie? Manchmal fehlt der Durchblick, die Situation erscheint verstrickt, man steht wie der „Ochse vor dem Berg“.

„Wer jetzt nicht lebt, wird nichts erleben…“

Wer jetzt nicht lebt,
wird nichts erleben.
Bei wem jetzt nichts geht,
bei dem geht was verkehrt.
Zahl ist gefallen,
die Seiten vergeben.
Du fühlst, du träumst.
Du fühlst, du glaubst, du fliegst.
Du fliegst.
Du fliegst!oe-ole-oe
oe-ole-oe

Die Sekunden sind gezählt.
Hoffnungen übergroß! Es wird Zeit, dass sich was dreht,
was dreht,
was dreht! Wer sich jetzt nicht regt,
wird ewig warten.
Es gibt keine Wahl
und kein zweites Mal!
Die Zeit bereit,
nicht zu vertagen.
Du fühlst, du träumst.
Du fühlst, du glaubst, du fliegst.
Du fliegst.
Du fliegst!
was dreht,
was dreht!

was dreht! Zeit, dass sich was dreht!

Jetzt dreht sich was – Reframing!

Joe Everson malt buchstäblich vor Augen, was es bedeutet, wenn sich etwas dreht. Wenn sich unsere Sicht der Dinge verändert. Manchmal muss man die Dinge von einer ganz anderen Seite anschauen, in einem neuen Licht. Die bisherige Sichtweise lässt nur Unverständnis zu. Bisherige Erklärungen und Deutungen funktionieren nicht mehr.

Und dann kommt es zu einem Gespräch, zu einem Ereignis, einer neuen Idee. Man kann die Situation plötzlich auch ganz anders anschauen oder mit anderen Augen betrachten. Reframing! Ach so! Jetzt verstehe ich das!
Wir brauchen immer wieder ein Gegenüber, das eine neue Sicht auf die Dinge mitbringt, damit sich unsere festgefahrenen Sicht- und Denkweisen drehen. Gerade wenn es Zeit ist, dass sich was dreht.

„If you change the way you look at things the things begin to change.“

Wayne Dyer

Was macht uns stark? Wachstumsphasen der Persönlichkeit

Wir alle haben es selbst erlebt. Wir durchlaufen verschiedene Lebensphasen, in denen bestimmte Themen dran sind. In der Entwicklungspsychologie hat Erik H. Erickson dazu die Grundlagen unseres heutigen Verständnisses gelegt. Es hilft sehr , wenn man sich selbst oder auch seine eigene Rolle als Vater, Trainer, Lehrer oder Vorgesetzter besser verstehen will.

StockSnap_21503D358DWir brauchen also ein Verständnis davon, was in welchem Lebensabschnitt passiert. Welche Reifungsschritte ein Mensch gehen kann und soll. Gerade in altershomogenen Gruppen, wie z.B. einer Schulklasse oder einer Jugendmannschaft kann man sehr genau erkennen, wer wo steht und wer welche Schritte geht.

Highpotentials und Normalos

Stress im Elternhaus, Mobbing oder auch Krankheiten, Unfälle und andere Schicksalsschläge haben dabei einen grossen Einfluss. Highpotentials sind da genauso betroffen wie der „Normalo“. Talent muss sich entwickeln und entfalten können. Dazu braucht es ein Setup, innere und äussere Strukturen, die Halt und Schutz bieten, damit das „Pflänzchen wachsen und gedeihen kann“. Oder um ein anderes Bild zu bemühen: Manche haben einen Motor wie ein Porsche, aber ein Fahrgestell wie eine Ente. Bei jeder Bodenwelle haut es sie aus der Spur. So manches Jahrhunderttalent ist eben nicht im Profikader angekommen. Da braucht es „Stabilisatoren“!

Resilienz – Vertrauenspersonen gesucht

Der Überlebensmodus, in den viele in Krisenzeiten verfallen, ist dabei allerdings nicht sehr hilfreich. Psychosomatische Symptome oder Fehlzeiten sind Alarmsignale, die auch als solche wahrgenommen werden müssen. Aus der Resilienzforschung weiss man, dass ein Kind eine erwachsene Vertauensperson braucht, mit der es sich von Herzen verbunden fühlt und dem es vertraut. Das fängt Vieles ab und hilft Hindernisse zu bewältigen. Die familiären Strukturen sind da in manchen Fällen überfordert oder sogar kontraproduktiv. Deshalb haben Bezugspersonen ausserhalb der Familie ein grosse Bedeutung. Familien, Schulen, Vereine, Ausbildungsbetriebe oder Hochschulen sind Orte, an denen Persönlichkeiten heranreifen oder eben nicht.

Offensiv spielen – aufrecht durchs Leben gehen

Hier ein Link zu einem kurzen Filmbeitrag über die Kauai-Studie von Emmy Werner, in dem dargestellt wird, was es braucht, damit ein Mensch zu einer verantwortlichen und belastbaren Persönlichkeit werden kann, die „aufrecht durchs Lebens geht“. Ein Mensch, der sich den Herausforderungen des Lebens stellt, der auf dem Spielfeld des Lebens offensiv die Chancen nutzt, die sich bieten und sich nicht ängstlich hinten rein stellt und passiv abwartet oder destruktiv / aggressiv  andere gefährdet.

Resilienz – Was macht Kinder stark?

 

Was geschieht in welchem Alter? Kimberley Key schildert in diesem Artikel  sehr prägnant die Schwerpunkte der verschiedenen Lebensphasen:

Finding Meaning Through Life’s Stages | Psychology Today

Training für Talente und Trainer!

Zusammen mit Wynton Rufer und vielen tollen Kollegen und Kolleginnen aus dem Fussballprofibereich habe ich Fussballnachwuchsprojekte entwickelt und durchgeführt. Im Jahr 2000 war das noch Pionierarbeit und ein riesen Spass! Danach kamen ausserdem jedes Jahr Talente der Soccer School Of Excellence aus Neuseeland dazu. Bis zu 320 Kinder und Jugendliche nahmen daran teil. Ihnen wurde aber nicht nur eine hervorrragende Technik-, Taktik- oder Koordinationsschulung vermittelt. Im Focus stand die Vermittlung von „Lifeskills“. Otto Rehagel stellte ja schon sehr treffend fest: „Fussball ist das Spiel des Lebens“, deshalb geht es um Kopf und Herz: Leidenschaft und kühlen Kopf, Fairplay und Siegeswille, Disziplin und Spielfreude.

Du kannst den jungen Spielern sagen was Du willst, die machen dich sowieso nach. Deshalb braucht es gerade in der Talentförderung Menschen, die mit einem positiven Ansatz voraus gehen: „Walk The Talk“. Leben, was man sagt und aufrichtig Feedback geben. Nicht nur aus pädagogischer Romantik, sondern im vollen Bewusstsein, dass der Mensch am Du zum Ich wird (Martin Buber). Die Trainer in meinem Fußballerleben waren prägende Gestalten, die ich bis heute noch alle beim Namen nennen kann.

Und wenn man dann bedenkt, dass echte Führungskraft mit der persönlichen Selbstführung beginnt, dann ist völlig klar welche Verantwortung beim Übungsleiter, Lehrer und den Eltern liegt.

Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen ihre Führungsrolle reflektiert. Trainer brauchen selbst einen Coach, der mit ihnen die Führungsskills trainiert, die nicht nur aus einem Reflex heraus kommen sollen („So ist er eben“), sondern bewusst, professionell und zielführend eingesetzt werden.

Deshalb waren die Trainingscamps für Nachwuchstalente auch immer die Gelegenheit, die Trainer zu trainieren. Nach den Trainingseinheiten auf dem Platz gab es deshalb immer auch Gespräche und Vorträge, in denen die eigene persönliche Einstellung und das pädagogische Handeln reflektiert und gegebenenfalls neu justiert wurde.

Hier ein Ausschnitt des Teams unserer internationalen Fussballnachwuchsprojekte in München.

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Vorne rechts: Dirk Wahlandt, Wynton Rufer, Shelley Thompson (jetzt Shelley Aehlig). Hinten von rechts: Bodo Sandrock, Tomas Tomic, Dennis Ibrahim, Marco Bode, Michael Henke, Dietmar Ness.Auf dem Bild fehlen: Cacau, Andi Bluhm, Annemieke Kiesel-Griffioen, Colin Bell, Dirk Schmidt, Jens Rasiejewski, Jürgen Rollmann

Transition: Was man von Profisportlern lernen kann

Transition: Übergänge, von einer Lebensphase zur anderen, von einem Projekt zum anderen, von einem Arbeitsplatz zum anderen,…, sind nicht einfach. Die gesteckten Ziele sind erreicht, oder auch nicht, und nun heisst es Abschied und Neubeginn.

Arbeit mit Zielen heisst Management von Abweichungen!

  • Was, wenn ich das Ziel nicht direkt erreichen kann?
  • Was, wenn sich auf dem Weg dahin noch andere Optionen ergeben?
  • Was, wenn sich Widerstände auftun?
  • Was, wenn meine Ressourcen nicht reichen?
  • Was, wenn…?
  • Was, wenn ich das Ziel erreicht habe?

Diese Fragen kennt jeder. Aber gerade sehr leistungsbereite, fokussierte und zielorientierte Menschen erleben in manchen Phasen Ihrer Karriere, wie schwierig es ist, sich in den Übergängen (neu) zu orientieren. Oft ist das Ziel zum „Lebensinhalt“ geworden. Man hat viel investiert. Der Beruf ist zur Identität geworden. Ich erlebe es z.B. in der Begleitung von Nachwuchstalenten im Fussballbereich. Der Traum, das Ziel Fussballprofi zu werden, ist für einige erreichbar, für viele nicht! Und dann? Von hunderten jungen Talenten einer Nachwuchsabteilung schaffen pro Jahr wenige den Sprung in den Profibereich. Der Rest muss sich umorientieren. Aber wie geht man mit dem Frust um, den Lebenstraum nicht auf die angestrebte Weise verwirklichen zu können?

Ähnliche Fragen stellen sich übringens auch am Karriereende:

  • Was mache ich, wenn ich mit 35 Jahren mein Lebensziel eigentlich erreicht habe? Es gibt nichts Grösseres?
  • Was mache ich, wenn ich nicht mehr jedes Wochenende den Adrenalinkick beim Stadioneinlauf bekomme.
  • …, wenn statt 40 000 Fans nur noch die Familienmitglieder meinen Namen rufen?

Greg Mumm hat dazu auf Linkedin einen interessanten Artikel veröffentlicht:

Veröffentlicht: 13. Februar 2017 auf linkedin von
Greg Mumm,  Career Education, Athlete Transition, Personal Development

greg-mumm

„5 THINGS ATHLETES WON’T ADMIT ABOUT LIFE AFTER SPORT“

Athletes are trained to push through pain, ignore hardships and endure sacrifices – it’s the price of victory.

As an athlete, I was taught it, and as a coach, I preached it.

The trade-off is the shared experience with other athletes, teammates or fellow competitors, coaches and supporters. We strive together and are united in the camaraderie it creates.

We are introduced to it slowly through our junior years, acclimatised to the pressure, and supported by our passion for our sport. But what happens when the stadium lights are turned off on our careers and when the fans find someone new to cheer for? Does our training help or hinder us in preparation for life after sport?

Over the past 2 years we have spoken to dozens of recently retired or retiring athletes and in the comfort of our quiet conversations, away from the perceived judgement of the real world, there are 5 themes in all transitions that athletes tell us about that they tend not to admit to anyone else:

  1. It is tough
  2. It takes time
  3. It is expensive
  4. It requires planning
  5. It’s made easier by talking about it

For many athletes who have been the best in their chosen field, it is hard to admit this to anyone, as our egos want to protect themselves from the reality that things have changed, that we have a long way to get back to the top in our new adventures. „Transition: Was man von Profisportlern lernen kann“ weiterlesen

Haltung ist das Rückgrat guter Führung

Dr. Bernd Slaghuis, fasst in seinem Artikel hervorragend zusammen, was es bedeutet, als Führungskraft Haltung (Backbone) zu entwickeln. Haltung kann man lernen, muss man aber auch im Alltag trainieren. Klar geht es um Mindsetveränderung. Der aufrechte Gang kommt aber nicht durch ein paar schlaue Gedanken, sondern durch die konkrete Führungshandlung und die mutige Umsetzung innovativer Ansätze im Alltag. Dr. Slaghuis nennt folgende grundlegende Haltungen (zu trainierende „Muskelgruppen“):

  • Achtsamkeit – Ich nehme Dich wahr.
  • Offenheit – Ich interessiere mich für Deine Ideen.
  • Wertschätzung – Ich schätze Deine Werte.
  • Empathie – Ich verstehe Dich und zeige Dir das auch.
  • Respekt – Ich achte Dich als Persönlichkeit.
  • Gelassenheit – Ich bin Dein Ruhepol.
  • Flexibilität – Ich bin bereit, mit Dir neue Wege zu gehen.
  • Vertrauen – Ich bin überzeugt, dass Du es kannst.
  • Augenhöhe – Wir können beide voneinander lernen.

Im Sport ist es völlig normal, dass Athleten Spitzenleistungen nur mit Hilfe von guten Trainern bringen können. Bewusste Planung der Trainings- und Regenerationsphasen gehört zum Alltag. Reflektion der eigenen Haltung und Fähigkeiten mit einem professionellen Gegenüber muss sein. Spitzensportler brauchen Feedback!

Was macht ein Coach und Trainer? Er macht Muskelkater!

Es geht um persönliches Wachstum. Ein Muskel, der geschont wird, schrumpft. Da gibt es keine „Shortcuts“. Das Rückgrat, d.h. die Kraft einer Persönlichkeit, wächst nicht auf dem Sofa. Der Weg des geringsten Widerstands führt ins Abseits oder ans Tabellenende. Im Fitnessbereich wissen wir das. Führungskräftetraining ist deshalb eine strategische Entscheidung und mehr als eine „HR-Zierleiste“! Von nix kommt nix! Die Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre werden nicht kleiner. Wer besteht und bleibt standhaft , wenn das Schiff in schweren Seegang kommt?

Es geht nicht um oberfächliche Selbstoptimierungsbemühungen, sondern um persönliches Wachstum. Das kann man aber nicht erzwingen. Es geht nicht um das ständige Getriebensein durch Vorgaben oder das atemlose „Hinterherhächeln“ im Hamsterrad, sondern um Reifung.

Das Leben macht einfach mehr Spass, wenn man seine Selbstwirksamkeit entdeckt, raus kommt aus der Opferhaltung und konkrete Handlungsoptionen umgesetzt werden. Nach dem Erreichen der Ziellinie wartet die Party!

Auf seinem Blog

slaghuis

schreibt er zum Schluss:

…Haltung hat viel mit der eigenen Perspektive und ihrer Bewertung zu tun. Die Haltung entscheidet darüber, wie wir Dinge sehen und welche Bedeutung wir ihnen beimessen. Haltungs-Training heißt für mich, sehr bewusst die eigenen Weltbilder und gewohnten Handlungsweisen zu hinterfragen. Ist es richtig, jemanden sofort in die Schublade „Dumme Tussi“ einzusortieren, nur weil das Mädel blond ist und goldenen Glitzerstaub auf den pinken Nägeln kleben hat? Intressieren Sie sich für die Menschen und ihre Denkweisen um Sie herum und stecken Sie sie nicht gleich in Schubladen, weil Sie es so gewohnt sind und das so herrlich einfach ist.

Im Führungsalltag geht es darum, Gewohnheiten bewusst zu hinterfragen und aktiv zu versuchen, andere neue Perspektiven einzunehmen. Bevor Sie das nächste Mal bei Ihrem nervigsten Mitarbeiter denken „Wieso fragt er mich immer solche Lapalien und entscheidet es nicht selbst!“, hinterfragen Sie nicht nur Ihre eigene Haltung dahinter, sondern auch dessen Weltbild, Motivation und Werte.

Glückwunsch: Raoul Petretta unterschreibt Profivertrag beim FCB

Gestern in der

Der 19-jährige Linksverteidiger aus dem FCB Nachwuchs unterschrieb heute einen Profivertrag bis zum Sommer 2020.

Raoul Petretta (links) im Meisterschaftsspiel der Super League gegen den FC Thun am Samstag, 11. Februar 2017.

Raoul Petretta (links) im Meisterschaftsspiel der Super League gegen den FC Thun am Samstag, 11. Februar 2017. Bild: Anthony Anex/Keystone

Nachdem er beim FC Basel sämtliche Nachwuchsstufen durchlaufen hat, verpflichtet sich Raoul Petretta mit einem Profivertrag bis zum Sommer 2020 für die erste Mannschaft des FCB. Er unterzeichnete den Vertrag heute, am Donnerstag, 16. Februar 2017.

Schon 15 Einsätze erlebte der 19-jährige Linksverteidiger aus Rheinfelden (Baden) in der U21 Mannschaft des FC Basel, am 4. Februar 2017 durfte der gebürtige Italiener bereits in der ersten Mannschaft gegen den FC Lugano antreten. Im Auswärtsspiel gegen Thun, das eine Woche darauf stattfand, stand Petretta in der Startformation. (nim)

Erstellt: 16.02.2017, 16:29 Uhr

Mentalcoaching: Reaktionsmuster verändern

Eine bekannte Familie hatte sich einen Hund aus dem Tierheim geholt. Ein sehr liebes Tier. Er fühlte sich wohl in seinem neuen Heim und wuchs immer mehr in die Familie hinein. Er spielte mit den Kindern und bewachte das Haus. Der Rüde genoss es, gestreichelt zu werden.
Allerdings wurde in einer Szene deutlich, dass er eben doch ein Hund aus dem Tierheim, mit “Vergangenheit“, ist: Sobald man nicht nur streichelte, sondern sanft auf die seitliche Rückenpartie tätschelte, wie man das bei Hunden manchmal macht, wenn man sie lobt, wurde er wild und rannte davon.
Der Tierarzt wurde konsultiert, konnte aber keine körperlichen Ursachen finden, die dieses Verhalten rechtfertigten. Es musste andere Gründe geben.
Ein Verdacht liegt nahe: Der Hund deutete das Tätscheln nicht als Zeichen der Zuneigung und des Lobes, sondern als Bedrohung. Der Fluchtreflex wird ausgelöst.
Wahrscheinlich hatte er Gewalterfahrungen gemacht. Das Tätscheln löst („triggert“) die Erinnerung daran und schliesslich dieses Reiz-Reaktionsmuster aus.

Wie sieht das bei uns Menschen aus? Eigentlich sehr ähnlich. Unbewusste Reaktionsmuster beherrschen über 90% unseres Verhaltens. Im Alltag werden Entscheidungen also grösstenteils nicht mit dem Neocortex nach „ausreichender Reflexion“ getroffen, sondern kommen aus tieferen Hirnregionen. Deshalb ist es so existenziell, sich selbst auf die „Schliche zu kommen“.
– „Warum regt mich dieses Verhalten des Mitarbeiters so auf?…“
– „Warum bleibe ich bei einem Thema hängen? Es läuft doch sonst ganz prima…“
– „Warum wiederholen sich bestimmte Situationen wie auf Schienen?…“
– „Warum nutze ich meine Chancen nicht und vermeide das Risiko?…“
– …

Aufdecken, bewusst machen, umtrainieren,… . Neue Muster einüben.

Mentalcoaching: BackboneCoaching

Hier ein Überblick über meine Vorgehensweise im Coaching, angepasst an die Herausforderungen von z.B. Berufseinsteigern, Profisportlern oder Führungskräften:

Reaktionsraum+

        ©DirkWahlandt2016

Der Entscheidungsraum muss kultiviert werden. Das braucht Zeit, Achtsamkeit, Entschlossenheit und Knowhow. Da wo wir vorher, getrieben von unbewussten Reaktionsmustern, Entscheidungen getroffen haben, die destruktiv und dysfunktional waren, kann jetzt aktiv das Leben gestaltet werden. Ein Coach ist deshalb Change-Agent und Trainer. Er macht aufmerksam, gibt aufrichtiges Feedback und trainiert die neuen Reaktionsmuskeln, damit tragfähige Entscheidungen gefällt werden können, die zu mehr Zufriedenheit, Kreativität und Vitalität führen. Mentale Stärke ist das Ergebnis und führt in den familiären oder beruflichen Herausforderungen zu positiven Veränderungen und gerade auch im Leistungssport zu einer nachhaltigen Veränderung der Einstellung und mehr Umsetzungskraft im Wettkampf. Dabei geht es nicht um eine kurzfristige „Selbstoptimierung“, sondern um nachhaltiges Umdenken, Trainieren, Wachsen und Reifen! Und so richtet sich ein Mensch zu seinem vollen Potential auf und geht aufrecht in Führung.

Grundlage des erfolgreichen Coachings ist hierbei das Zusammenspiel bewusster Prozesse: wie z.B. Werte- und Zieldefinitionen. Daraus werden die konkreten Handlungsoptionen und Aufgaben zur Umsetzung in einen Jahres-, Monats und Wochenplan formuliert. Entwicklungsschritte sind klar definiert.

Am anspruchsvollsten ist jedoch das Arbeiten an und Umtrainieren von unbewussten Reiz- /Reaktionsmustern. Hier müssen mentale Blockaden und Festlegungen erkannt und durch neue, zielorientierte „Grundüberzeugungen“ ersetzt werden. Da heisst es dan:

„Raus aus destruktiven Mustern – Potential entfalten –

Aufrecht in Führung gehen!“

So wird man zur Führungskraft: Fussballlegende Kiwi – Wynton Rufer!

Jedes Team braucht Führungsspieler, die etwas wagen und voran gehen. Das Kollektiv braucht die begabten Individualisten. Aber keiner darf sich auf Kosten der Gruppe profilieren. Der Trainer und Kybernetiker setzt auf beides. Das Zusammenspiel, die Kultur muss stimmen und der einzelne Spieler soll auf seiner Position die Freiheit nutzen, ins Risiko gehen und den „tödlichen Pass“ oder den überraschenden Abschluss suchen.

Der Alltag sieht aber oft so aus: Das Team muss zuerst zusammenwachsen. Spielzüge werden trainiert, die Technik verbessert und Kondition „geboltzt“. Endlose Stunden auf dem Trainingsplatz und im Kraftraum. Disziplin, Überwindung und Durchhaltevermögen! Erholungsphasen und Fokussierung auf das nächste Spiel. Die Einstellung muss stimmen!

Und dann kommt es zu Situationen, in denen der Wettbewerb alles fordert und jeder über sich selbst hinauswachsen muss und schliesslich auch hinauswächst. Alle spüren, jetzt ist es soweit: „Redifine whats possible“.

Wynton Rufer ist auf diesem Weg zur Führungskraft geworden. Er ist immer wieder ins Risiko gegangen und über sich selbst hinausgewachsen. Er war ein begabter Individualist, der sich fürs Team „reingehauen“ hat. Er hat sich für das gemeinsame Ziel eingesetzt, um den Sieg vom Platz zu tragen. Und das in Situationen, die eigentlich hoffnungslos erschienen.

Ich habe Wynton vor nun mehr als 17 Jahren kennen gelernt. Wir haben zusammen unbenanntProjekte in der Fussballnachwuchsförderung aufgebaut. Mehrmals im Jahr kam er aus Neuseeland nach München und brachte Nachwuchstalente aus seiner Wynton Rufer Soccer School of Excellence WYNRS mit.

Wynton hat seine ersten Profifussballschritte in England und der Schweiz gemacht und hat seine grössten Erfolge dann in der legendären Werder-Elf mit Otto Rehagel in den 90iger Jahren erlebt. Er lebt Fussball – das Spiel des Lebens – auf eine Weise, die fasziniert und ansteckt, mit Herzblut und Werten. Wenn er von seinen Spielen erzählt spürt man die Leidenschaft.

Am 8.Dezember 1993 sass ich in München vor dem Fernseher und war elektrisiert von dem Match Werder Bremen gegen RSC Anderlecht. Ein unglaubliches Spiel. Es gab Fünf Tore in 23 Minuten.

Hier ein lebendiger Bericht was hinter den Kulissen abging im Magazin für Fussballkultur:

Wolfgang Jenewein zum Thema Fussball…Management

Otto Rehagel hat einmal gesagt: „Fussball ist das Spiel des Lebens“. Und er hat Recht!

Mein erster Trainer in der U7 des FV Plochingen , Karl Schlecker, hat immer gesagt: „Was man anfängt macht man fertig.“ oder „Zeit ist Geld“. Er hat uns als kleine Jungs angespornt, ernst genommen, herausgefordert, getröstet und aufgebaut. Die Fussballtrainer waren prägende Gestalten in meiner Biografie. Jeder in seiner Eigenart. Die meisten haben es geschafft, mein Potential herauszukitzeln. Die Faszination des Spieles mit dem runden Leder ist für mich unübetroffen. Wer es erlebt hat, wenn eine Mannschaft ein Spiel dreht oder diszipliniert die taktischen Vorgaben umsetzen kann, der kommt nicht mehr davon los!

Jede  Woche hat man  geübt, was es bedeutet, gewinnen zu wollen, Siege zu feiern und sich dem Wettbewerb zu stellen – grundlegende LifeSkills. Das Ziel war klar, wir wollen Meister werden! Aber auch der Umgang mit Niederlagen war natürlich immer wieder Thema.

Millionen von Jungen und Mädchen, Männer und Frauen teilen diese Erfahrungen und sind angesteckt von diesem „Fussballvirus“. Zuerst aktiv, dann meistens passiv. Die Spiele fesseln Massen vor die Übertragungsgeräte. Ich habe Freunde in Neuseeland, die stehen nachts auf, um UEFA Championsliguespiele live anzuschauen!  Ronaldo ist auf jedem Kontinent ein Superstar!

Die FiFa Fussball WM hat globale, alles übertreffende sportliche, wirtschaftliche und sogar politische Bedeutung. Die grossen Vereine und Verbände sind längst Wirtschaftsunternehmen, die mit unglaublichen Umsatzzahlen und Gewinnmargen jonglieren. Ob das gut ist? Fussball ist ein absolut faszinierendes und überzeugendes Produkt! Der Markt gibt es her! Wir sind bereit für diese herausragende Unterhaltungsqualität zu bezahlen. Die Kundenbindnung ist enorm. Viele Vereine sind längst „Marketing- und Merchandisingmaschinen mit angeschlossener Sportabteilung“. Da braucht es Fachleute, Führungskräfte, Manager, die ihr Geschäft verstehen, aber auch die Faszination teilen.

Hier ein Video: Prof. Dr. Wolfgang Jenewein führt hier aus, was Führungskräfte vom Fussball lernen können.