Dynaxity braucht Führungskraft braucht Rückgrat – zum 100. Todestag von Nelson Mandela

Complexity

Täglich sind wir herausgefordert, kluge Entscheidungen zu treffen. Aber die Multioptionsgesellschaft fordert ihren Tribut von uns. Die Chance, sich immer neue Handlungsoptionen zu erschliessen, führt zu einem permanenten Entscheidungsstress. Die Werbestrategen befeuern dies mit immer besseren und effizienteren Vermarktungsmethoden. Sichtweisen werden „geframed“ und Bedürfnisse geweckt, die vor ein paar Tagen noch garnicht an unserem Bedürfnishorizont aufgetaucht waren. Und das geht von der Babywindel bis zum Brexit.

Dynamic

Das Internet und die „immer-alles-für-alle“ Möglichkeit ist grossartig und schrecklich zugleich. Aber die immer besseren, sprich schnellern Zugangsmöglichkeiten zur Bedürfnissbefriedigung sind eine Herausforderung, der man sich reflektiert stellen muss.

Dynaxity – Statisch – Dynamisch – Turbulent – Chaotisch

Beides kommt zusammen: Complexity und Dynamic. Es entsteht Dynaxity. Ob im persönlichen und gesellschaftlichen Leben oder dem Verhalten von Teams und Organisationen, Dynaxity prägt unsere Lebenswirklichkeit. Dabei kann man verschiedene Phasen, auch Zonen genannt, beobachten: Hier in der Analogie der Schiffahrt:

Zone 1: Statisch: „Das Schiff liegt im Hafen“ Es bewegt sich nicht viel. Veränderungen werden sogar (systemimmanet) blockiert. Aber das Schiff ist super in Schuss!

Zone 2: Dynamisch: „Das Schiff“ hat abgelegt und bewegt sich auf offener See. Der Kurs ist klar, die Mannschaft aufgestellt und der Steuermann hat alles im Griff. Alles ist geordnet, eingerichtet und funktioniert. Die Prozesse sind beschrieben, Routine ermöglicht, dass jeder weiss, was zu tun ist.

Zone 3: Turbulent: Wind kommt auf, die See wird rauer. Die Gischt spritz schon bis aufs zweite Oberdeck. „Krisenfeeling“ kommt auf. Jetzt muss es schnell gehen, man hört die Stimme des Kapitäns kaum noch und entscheidet selbst im Augenblick. Ob das gut geht? Der Sturm wird stärker.

Zone 4: Chaotisch: Alle schreien durcheinander. Wo ist der Kapitän? Die Wellen schlagen aufs Deck. Wasser dringt in den Maschinenraum. Das Schiff hat schwere Schlagseite und droht zu kippen. Einige drehen in Panik durch. Wir wissen nicht mehr wo wir sind.

Die_vier_Zonen_der_Dynaxity
By P3 OSTO GmbH (Eigene Darstellung) [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

In welcher Zone befinden Sie sich?…

…mit ihrem Leben, ihrer Ehe und Familie? Was passiert gerade in der Firma? Wo steht das Team? Sind Sie in „rauhen Gewässern“? Am liebsten hätten wir die Kontrolle über das „Lebenswetter“ und die „Lebensumstände“. Zone 2 und ab und zu Zone 3 wären cool! Damit es nicht langweilig wird. Aber das bildet nicht die Wirklichkeit unseres Lebens ab. Die Arbeitswelt und mit ihr die Märkte neigen zu disruptivem und chaotischem Verhalten. Gerade hat noch die Sonne gescheint, da zieht schon ein Sturm auf.

Haben Sie die Kontrolle über Ihre Entscheidungen?

Oder anders gefragt: Können Sie sich auch in „rauhen Gewässern“ noch auf Ihre Reflexe verlassen? Der Grossteil unserer Entscheidungen wird gerade in Stress- und Drucksituationen unbewusst, reflexartig getroffen, aus Mustern, die in unserer Biografie verankert sind. Es gibt Familienmuster oder auch Muster ganzer Organisationen. Deshalb ist Kodak untergegangen. Die Entscheider hatten den globalen Sturm der digitalen Fotografie zu spät kommen sehen, weil man ja Produkte von hervorrragender Qualität verkaufte.

„Dieselskandal“ – Die Liebe ohne Wahrheit oder Wahrheit ohne Liebe?

Die Parameter, zwischen denen sich unser „Lebensschiff“ bewegt, sind „Liebe und Wahrheit“. In entscheidenden Momenten sind das Steuerungsgrössen, mit denen man den Kurs halten kann. Das klingt vielleicht pathetisch, ist aber in den wirklich existenziellen Entscheidungsmomenten absolut wegweisend. Auffällig ist, dass es z.B. beim „Dieselskandal“ letztlich um diese beiden Entscheidungsparameter geht. Es wird vertuscht, gelogen, verleugnet und betrogen, nur damit man sich nicht der Wahrheit des Marktes und den eigenen Kapazitäten stellen muss. Man bekommt weiche Knie und krümmt das Rückgrat. Und irgendwann fliegt einem der Laden um die Ohren. Die Wahrheit wird ohne Liebe auf den Tisch geknallt.

Aber auf was basiert denn der wirtschaftliche Erfolg? Auf Innovation, Qualität und Vertrauen! Sprich der Wahrheit in Liebe. Alle Kommunikation, jedes Marketing lebt von der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Gerade in Zone 3 und 4, wenn der Druck mächtig auf die Knie drückt, knicken viele ein und machen Kompromisse, die kurzfristig das „Schiff zu retten“ scheinen, aber mittel- bis langfristig den Unwettern und Stürmen erliegen. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

Wenn es hart auf hart kommt, brauchen wir Rückgrat. Gerade die Steuerfrauen und -männer, die Verantwortung übernehmen und  Entscheidungen treffen, müssen aufrecht in Führung gehen!

Ein Fixstern für die Navigation durch die rauhen Gewässer unserer Zeit ist und bleibt Nelson Mandela. Er hat Massstäbe gesetzt, an denen wir uns messen können. Zu seinem hundertsten Todestag am 18.07.2018 ein Zitat aus dem Nachruf der NZZ (Markus M. Haefliger 

Mandelas soziale Kompetenz und seine Menschlichkeit, gepaart mit politischem Instinkt und weitsichtiger Klugheit, haben Massstäbe für politisch Verantwortliche in der ganzen Welt gesetzt.

 

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